Digitalkamera

Nikon Coolpix L23 im Test

01.07.2011
Von Verena  Ottmann
Mit ihrem UVP von 79 Euro ist die Nikon Coolpix L23 ein Superschnäppchen. Doch wieviel Leistung dürfen Sie für den Preis erwarten? Lesen Sie den Test.
Nikon Coolpix L23 im Test
Nikon Coolpix L23 im Test
Foto: Nikon

Die technischen Daten der Nikon Coolpix L23 entsprechen nicht dem aktuellen Stand der Digitalkamera-Technik. Das ist allerdings nicht weiter tragisch, denn das Modell richtet sich an Fotoneulinge. Und für die ist der 10-Megapixel-Bildsensor, das 5fach-Zoomobjektiv mit Weitwinkelbrennweite und das 2,7-Zoll-Display der Nikon Coolpix L23 mehr als ausreichend.

Ausstattung: Natürlich müssen Sie bei der Nikon Coolpix L23 Abstriche machen - anders ist der UVP von 79 Euro nicht zu erreichen. So arbeitet der Bildschirm lediglich mit der Standard-Auflösung von 230 000 Bildpunkten und die Videofunktion mit 640 x 480 Pixeln und 30 Bildern pro Sekunde. Statt eines hochwertigen mechanischen oder optischen Bildstabilisators kommt in der Nikon Coolpix L23 ein elektronischer Verwacklungsschutz zum Einsatz. Alternativ dazu können Sie einen Modus namens "Best-Shot-Selector" (BSS) nutzen. Ist er aktiviert, macht die Kamera zehn Serienbilder und wählt automatisch die schärfste Aufnahme aus.

Kameraeinsteiger werden das Fehlen von manuellen Einstellmöglichkeiten wie Blenden- und Zeitvorwahl oder für die Belichtungsmessung verschmerzen. Eine direkte Auswahl der Lichtempfindlichkeit wäre jedoch wünschenswert. So müssen Sie es immer der Kamera überlassen, welchen ISO-Wert sie einsetzt. Immerhin ist eine manuelle Belichtungskorrektur vorhanden. Positiv zu bewerten ist der Lieferumfang: Nikon legt der Coolpix L23 eine SD-Karte mit 2 GB und eine farblich zum Kameragehäuse passende Tasche bei. Und Sie haben die Möglichkeit, die beiliegenden AA-Batterien durch optional erhältliche Akkus zu ersetzen.

Bildqualität: Die Nikon Coolpix L23 erzielte einen sehr hohen Wirkungsgrad von 74,2 Prozent, der umgerechnet einer Auflösung von 4,3 Megapixeln entspricht. Allerdings arbeitete die Scharfzeichnung bei kurzer und mittlerer Brennweite vor allem in der Bildmitte sehr aggressiv, wodurch die Kamera zu Artefakten neigt. Außerdem ließ die Auflösung im Weitwinkel zum Bildrand hin stark nach, was zu Unschärfen führen kann. Bei mittlerer und kurzer Brennweite verliefen die Messwerte zwar nahezu konstant. Dafür lagen die beiden Kurven um etwa 20 Prozentpunkte auseinander.

Das Bildrauschen der Nikon Coolpix L23 ließ sich nur bei der automatisch gewählten Einstellung ISO 100 messen. Die Bildfehler hielten sich in Grenzen, ebenso der Helligkeitsabfall an den Bildrändern. Schlechter schnitt die Nikon Coolpix L23 jedoch hinsichtlich des Dynamikumfangs ab: Die Eingangsdynamik war noch befriedigend, was bedeutet, dass die Kamera bei konstrastreichen Motiven Details in den Lichtern und Schatten verliert. Die Ausgangsdynamik war unterdurchschnittlich. Die Nikon Coolpix L23 kann demnach eine nur begrenzte Anzahl an Helligkeitsstufen zwischen den hellsten und den dunkelsten Bildbereichen darstellen.

Handhabung: Trotz aller Mankos bei Ausstattung und Bildqualität - die Nikon Coolpix L23 lässt sich sehr einfach bedienen und ist dadurch für ihre Zielgruppe ideal. Alle wichtigen Einstellungen sind in maximal drei Menüschritten erreichbar. Belichtungskorrektur, Blitz, Selbstauslöser und Makromodus sind direkt über das 4-Wege-Steuerkreuz anzuwählen. Die Auslöseverzögerung und die Zeit zwischen den Aufnahmen ist der Preisklasse mehr als angemessen.

Inhalt dieses Artikels