Soft Skills

Neulich in ... einer IT-Abteilung

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Dass Sozialkompetenz ganz wichtig ist, hören Bewerber an jeder Straßenecke; in jeder Stellenanzeige werden Qualitäten wie Kommunikationsstärke, Empathie oder Teamfähigkeit betont. Das interessierte einen Junginformatiker allerdings wenig.

Für die Digital Natives, wie die heutige Absolventengeneration genannt wird, also diejenigen, die mit dem Internet groß geworden sind, sollte es angesichts von Auslandspraktika und vieler Reisen rund um den Globus selbstverständlich sein, in internationalen Teams zu arbeiten. Dass es aber mit der Sozialkompetenz manchmal selbst vor der eigenen Haustür nicht klappt, musste unlängst der IT-Leiter eines schwäbischen mittelständischen Maschinenbauers feststellen.

Sich alten Traditionen in Unternehmen zu verweigern, kann manchmal kontraproduktiv sein.
Sich alten Traditionen in Unternehmen zu verweigern, kann manchmal kontraproduktiv sein.
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Seit ewigen Zeiten ist es dort Sitte, dass er in der Früh zu Arbeitsbeginn sein gutes Dutzend Mitarbeiter per Handschlag begrüßt. Nun absolvierte ein Informatikstudent sein Praktikum in dieser Abteilung. Und siehe da, er verweigerte ganz einfach den Handschlag. Er halte nichts von solchen Ritualen, schließlich zähle die Leistung und nicht solche verstaubten Sitten. Der IT-Chef war etwas überrascht: In all den Jahren war ihm das noch nicht passiert.

Er akzeptierte den Wunsch des Nachwuchsinformatikers. Die ganze Geschichte wurde auch nicht mehr thematisiert. Nur: Der lebenserfahrene IT-Chef machte sich so seine Gedanken und fragte sich: Wie wollen diese jungen, kritischen und coolen Jungs in internationalen Teams mit unterschiedlichen Mentalitäten arbeiten, wenn sie sich schon vor der schwäbischen Haustür so schwer tun und nicht gewillt sind, einen - aus Sicht des IT-Leiters - einfachen Brauch zu akzeptieren?