Zuhören will gelernt sein

Neulich in… einem Chef-Meeting

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Die Blackberry-, Smartphone- und sonstige mobile Kommunikation geht den Chefs langsam auf die Nerven, vor allem dann, wenn sie das Gefühl haben, dass ihnen in Sitzungen keiner mehr zuhört.
Wenn der Chef sauer wird... Quelle: Fotolia/nik3st
Wenn der Chef sauer wird... Quelle: Fotolia/nik3st
Foto: Fotolia, nik3st

Vor einiger Zeit lud der Geschäftsführer der deutschen Niederlassung eines großen IT-Dienstleisters zu einer Sitzung ein. Und prompt - wie eigentlich nicht anders zu erwarten - packte jeder sein wichtiges Equipment - Notebook und Smartphone - vor sich auf den Tisch. Und während der große Chef die Roadmap der nächsten Wochen erklärte - wie das neuerdings neudeutsch heißt -, waren so ziemlich alle Teilnehmer mit ihren Geräten zugange; schrieben und simsten und surften - was man halt so tut, um auch jede Minute zu nützen.

Irgendwann wurde es dem obersten Boss zu viel, und er verlangte, dass zumindest die mobilen Geräte abgeschaltet werden sollten. Zähneknirschend und widerwillig (es könnte ja ein großer Auftrag verloren gehen, ein wichtiges Kundengespräch verpasst werden) folgte man der Anweisung des Chefs. Nur ein Manager wollte schlauer sein und drehte das Gerät einfach um. Als daraufhin der Oberhäuptling zum großen Donnerwetter ansetzen wollte, entschuldigte sich der Manager ganz schuldbewusst und mit zittriger Stimme, dass er sein Gerät noch nie abgeschaltet habe und nicht wisse, wo er die PIN hingelegt habe. Auf jeden Fall soll es einige Sitzungen gedauert haben, bis die "Erziehungsmaßnahmen" fruchteten und man sich ohne Geräte austauschen konnte. Denn später erfolgte noch die Order, auch das Notebook nicht mehr in die Sitzung mitzubringen.

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