Kreative Bewerber

Neulich ... auf Youtube

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Was früher konservative Personalchefs zur Weißglut getrieben hätte, scheint heute im Zeitalter von Social Media als Kreativleistung honoriert zu werden.
"Der Björn" versucht mit einer originellen Website und einem Video, auf seine Qualitäten aufmerksam zu machen.
"Der Björn" versucht mit einer originellen Website und einem Video, auf seine Qualitäten aufmerksam zu machen.
Foto: Björn Braune


Es geht um die Bewerbungsunterlagen. Mussten Jobsuchende bislang penibel auf Formalitäten achten, was etwa Anschreiben und Lebenslauf angeht, hat sich heute ein fast schon unheimliches Laisser-faire breitgemacht. Originalität und Kreativität besitzen einen höheren Stellenwert als Akkuratesse und Seriosität.

Aktuelles Beispiel ist das Bewerbungsvideo eines Online-Kommunikationsspezialisten. "Der Björn", wie er sich auf seiner Website vorstellt, sucht Arbeit. Björn Braune, so der volle Name, lehnt sich an die Crowdsourcing-Plattform Kickstarter an und nennt seine Seite Björnstarter (www.bjoernstarter.de). Dort beschreibt er sich unter anderem so: Hardware: zwei Arme, zwei Beine, Kopf mit Haaren...Software: Erfahrung in agilem Projekt-Management mit Scrum, Workshops mit Social Media etc. Und wie es sich gehört, verlinkt der Berliner zu seinen Profilen auf Twitter, Facebook und Google+. Zusätzlich hat er noch ein einminütiges Video parat, in dem er sich in fließendem Englisch präsentiert - unterhaltsam, sympathisch, gar nicht aufgesetzt.

Björn Braune hat sich auf seiner Website www.bjoernstarter.de kreativ vorgestellt.
Björn Braune hat sich auf seiner Website www.bjoernstarter.de kreativ vorgestellt.
Foto: Linda C. Radkau/Fotolia.com

Der Björn beteuert in seiner Bewerbung, dass das alles ganz ernst gemeint sei und dass er auf der Suche nach einem Job in einem Unternehmen sei, in dem "Kreativität und Verständnis für das Internet" gebraucht werden. Tja, das ist ja heute wohl überall der Fall. Neuland ist das Internet inzwischen für (fast) niemanden mehr. Wir werden verfolgen, welcher Arbeitgeber sich von dieser Bewerbung angesprochen fühlt und den Björn einstellt. Das Kreiskirchenamt in Siegen hat vielleicht Chancen. Oder die Molkereigenossenschaft in Bad Bibra. Wir werden sehen.

Mehr Anekdoten zum Thema "Kreative Bewerbung" finden Sie hier: