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Neue Compliance-Speicher von Sun und EMC

20.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Sun Microsystems und EMC bringen dem Vernehmen nach heute neue beziehungsweise aufgefrischte Speichersysteme auf den Markt, mit denen Unternehmen den wachsenden gesetzlichen Auflagen leichter gerecht werden können sollen. Suns "StorEdge 5310 Compliance Archiving System" ist das erste Disk-basierende des Herstellers. Es basiert auf einem NAS-Appliance (Network Attached Storage), das Sun mit Procom Technology erworben hatte und mit seiner hauseigenen Compliance-Software ausliefert.

EMC hat unterdessen seit CAS-System (Content-Adressed Storage) "Centera" ausgebaut und dabei die Speicherkapazität verdreifacht, die Replikation mit mehreren Remote-Standorten verbessert und Partitionierung in Abhängigkeit von Anwendungen eingebaut.

Das StorEdge 5310 lässt sich wahlweise mit S-ATA- oder Fibre-Channel-Platten bestücken, es skaliert bis 179 Terabyte. Es ermöglicht die Erzwingung von Datenvorhaltungsregeln, Access Controls sowie die Überprüfung der Datenintegrität. Laut Tom Martin, Director NAS Marketing, zielt das System auf Anwender, die Windows-Server konsolidieren sowie Projekte im Bereich Langzeit-Archivierung und Compliance verfolgen.

Das Sun-System bietet allerdings keine Single-Instancing-Technik (wie EMCs Centera), die sicherstellt, dass nur eine einzige Kopie eines Dokuments oder Bildes vorgehalten wird. Stattdessen soll es die Konkurrenz preislich unterbieten. Eine Ausführung mit 6 TB kostet in den USA 82.000 Dollar. Für das Centera mit 4,4 TB Kapazität muss ein Kunde 148.000 Dollar hinblättern, nur die Variante mit 2,2 TB ist für unter 100.000 Dollar zu haben.

Die "CentraStar"-Management-Software des EMC-Systems unterstützt laut Hersteller nun virtuelles Pooling von Speicherressourcen. Diese virtuellen Pools kann die Maschine nun auch an mehrere entfernte Standorte replizieren, zuvor wurde nur eine Remote-Location unterstützt.

Erst vor kurzem hatte auch Storage Technology (Storagetek) sein erstes eigenes CAS-System "IntelliStore" vorgestellt. Dieses arbeitet gleichfalls mit ATA-Platten und zielt auf die Erfüllung gesetzlicher Auflagen.

Der Analyst Jonathan Eunice von Illuminata schätzt allerdings, dass von den von den Herstellern für Compliance-Zwecke vermarkteten Speichern nur rund zehn Prozent auch tatsächlich für dieses spezielle Einsatzgebiet genutzt werden. Die jüngsten Zuwächse bei Disk-basierenden Archivsystemen lägen vor allem in der Notwendigkeit begründet, generell schnell an Daten heranzukommen. (tc)