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Netscape-Browser verliert dramatisch Marktanteile

29.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Netscape-Browser von AOL Time Warner hat innerhalb von nur zwölf Monaten fast drei Viertel seiner Anwender verloren. Microsofts Internet Explorer beherrscht den Markt fast vollständig. Das ist das aktuelle Ergebnis einer Analyse, die Statmarket, eine Tochtergesellschaft der Internet-Forschungsgesellschaft Websidestory, halbjährlich durchführt. Demnach wird Microsofts Internet Explorer (IE) weltweit von 96 Prozent aller Web-Surfer genutzt, während Netscape nur noch bei 3,4 Prozent Verwendung findet. Die restlichen 0,6 Prozent Marktanteil entfallen vor allem auf den Open-Source-Browser Mozilla.

Besonders krass fallen die Marktanteile von Netscape in historischen Dimensionen aus. Mitte der 90er Jahre beherrschte Netscape noch den Markt wie heute Microsoft. Dann überholte der Konzern aus Redmond die Konkurrenz schnell, nachdem er den Internet Explorer in Windows integrierte. Vor einem Jahr schienen die Marktverhältnisse eingefroren zu sein; 14 Monate lang hatte Netscape nach Beobachtungen von Statmarket 13 Prozent und der Microsoft-Browser 87 Prozent Marktanteil gehalten. Dann erschien IE 6 - und erschütterte die Verhältnisse. In nur sechs Monaten bis zum März 2002 fiel Netscapes Marktanteil auf sieben Prozent und verlor seither noch einmal rund die Hälfte.

Statmarket analysiert mit einer Zufallsselektion, mit welchen Browsern Surfer auf über 125.000 Websites mit täglich rund 20 Millionen Besuchern zugreifen. Es handelt sich um Sites, die den Zugriffsanalyse-Service „Hitbox“ von Websidestory verwenden. Dabei kann es zu geringen täglichen Schwankungen kommen. Nach Angaben der Analytiker hatte Netscape in den letzten Wochen aber nie einen Anteil von mehr als vier Prozent erreicht. In der Schweiz, Deutschland, Kanada und den USA sind die Marktanteile von Netscape etwas besser. Hier verwenden den Browser noch bei vier bis sieben Prozent der Surfer. (ls)