Wetterstation im Test

Netatmo sorgt für richtiges Klima

Tobias Wendehost
Tobias Wendehost beschäftigt sich als Volontär aktuell mit verschiedenen Hardwarethemen und stellt täglich ein Gadget des Tages vor. Ansonsten arbeitet er sich thematisch durch die Ressorts Job und Karriere, Software, Netzwerke und Mobile sowie IT-Strategie. Wer möchte, kann Tobias bei Twitter (@tubezweinull) folgen oder bei Xing eine Nachricht schreiben.
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In unserer Kategorie "Gadget des Tages" wurde die Netatmo Wetterstation schon vorgestellt. Im Test zeigt sie gute Ergebnisse, Abstriche muss man bei der App machen.

Moderne Gadgets müssen heute eine Anbindung an Smartphones oder Tablet-PCs haben. Die Firma Netatmo verspricht mit ihrer Wetterstation genau das und bietet ein Gerät an, dass beispielsweise Außen- und Innentemperatur, Kohlendioxidgehalt sowie Luftdruck misst. Bei einem Preis von 169 Euro allerdings ein kostspieliges Vergnügen.

Anwendung unkompliziert

Nimmt man die beiden Messstationen aus der Verpackung, fällt als erstes das ansprechende Design auf. Ein etwas größerer Zylinder dient für Messungen im Innenbereich, ein Kleinerer für die Außeninstallation. Das Innenmodul, welches als Basisstation dient, wird in der Regel über eine USB-Schnittstelle mit Strom versorgt, lässt sich aber auch mit vier kleinen AAA-Batterien betreiben. Zum Lieferpaket gehört darüber hinaus ein Stecker, so dass man das Gerät zusätzlich über eine konventionelle Steckdosen mit Energie versorgen kann. Das Außenmodul kann wiederum nur mit Batterien betrieben werden. Für die Installation ist eine kurze Anleitung im Paket enthalten.

Bei der ersten Inbetriebnahme ist die Anwendung unkompliziert. Man steckt vier Batterien in das Außenmodul und befestigt es entweder mit einer Klettverschlussschlaufe oder Dübeln sowie Schrauben auf dem Balkon oder an der Hausfassade. Bevor die Geräte in Betrieb genommen werden, ist die Installation der zugehörigen App auf dem iPhone, iPad oder iPod Touch erforderlich. Ist sie installiert, verbindet man sein Mobilgerät mit dem Innenmodul per USB-Kabel und konfiguriert es für sein WLAN. Zudem ist das Anlegen eines eigenen Kontos mit einem individuellen Namen (etwa für den Standort) erforderlich.

Klimadaten per Crowdsourcing

Da das Innenmodul über das heimische WLAN funktioniert, kann der Zylinder an einem beliebigen Ort untergebracht werden. Voraussetzung ist, dass es sich immer in Reichweite des Netzwerkes befindet. Hat sich die Station einmal mit dem Mobilgerät und der App verbunden, erfasst es auf Anhieb die gesammelten Daten. Die App lässt sich für die eigenen Bedürfnissen konfigurieren. Möchte man in erster Linie die jeweilige Temperatur und CO2-Belastung im Raum messen, lassen sich die Diagramme jeweils anzeigen. Wer möchte, kann etwa auch die Luftqualität messen, wofür Staubbelastung und Luftfeuchtigkeit angezeigt werden. Die Außenstation wiederum sendet die Daten per Radiofunk an das Innenmodul.

Die App funktioniert Internet-basiert. Man erhält dadurch standortbezogene Wettervorhersagen, die von einem Wetterdienst geliefert werden. Das Programm ist übersichtlich gestaltet. Der Wechsel zwischen einzelnen Diagrammen, die jeweils den Verlauf der gemessenen Werte zeigen, ist intuitiv aufgebaut. Dennoch gibt es auch Nachteile bei der Anwendung. So ist man als Nutzer gezwungen, einen Account bei Netatmo anzulegen. Wer seine Daten lieber für sich behält, hat es schwer. Zudem darf man keinen umfassenden Analysen der Messdaten erwarten. Auch wenn der Hersteller damit wirbt, dass die Daten für die Erforschung von Klimaveränderungen mit Hilfe von Crowdsourcing dienen, ist doch Skepsis angebracht. Noch dazu sind die angekündigten Forschungsergebnisse aus der App nicht ersichtlich.

Fazit

Sieht man von den Kritikpunkten ab, dann ist die Netatmo Wetterstation ein nettes Spielzeug, um sich etwa bei einem "kritischen" Raumklima per Warnsignal benachrichtigen zu lassen. Die Messungen waren im Test zuverlässig. Ob dies zum Beispiel auch bei mehr als minus zehn Grad Celsius funktioniert, konnte im Test nicht festgestellt werden. Ein großer Nachteil ist der ständige Betrieb des Außenmoduls mit Batterien. Da diese Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, lässt sich abschließend nicht feststellen, wie ausdauernd diese wirklich sind. Hersteller wie Duracell oder Varta empfehlen den Einsatz von Batterien grundsätzlich bei Zimmertemperatur. Schließlich ist der Verkaufspreis mit 169 Euro recht hoch, womit das Gadget nur etwas für eingefleischte Wetter-Enthusiasten ist.

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