MWC2012

Nestlé vernetzt die Nespresso

Jürgen Hill
Jürgen Hill ist Teamleiter Technologie. Thematisch ist der studierte Diplom-Journalist und Informatiker im Bereich Communications mit all seinen Facetten zuhause. 
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Eine coole Anwendung zur M2M-Kommunikation zeigte Sierra Wireless auf dem MWC: Die per Mobilfunk vernetzte Kaffeemaschine, die automatisch den Kaffeenachschub ordert.
Nestle vernetzt seine Nespresso-Kaffeemaschinen. Das Mobilfunkmodul Ist unten links im Gehäuse angebracht.
Nestle vernetzt seine Nespresso-Kaffeemaschinen. Das Mobilfunkmodul Ist unten links im Gehäuse angebracht.
Foto: Sierra Wireless

Die Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) gilt als einer der mobilen Milliardenmärkte der Zukunft. Doch über Szenarien wie die Vernetzung von Stromzählern via Mobilfunk oder das Auslesen von Maschinennutzungsdaten reichte die Phantasie vieler Entscheider bislang nicht hinaus. Dass sich aus der Kombination aus M2M und Cloud Services auch neue Business-Modelle generieren lassen, zeigte Sierra Wireless auf dem MWC am Beispiel von Nestlés Nespresso.

Der Nahrungsmittelkonzern stattet seine Kaffeemaschinen für den Office-Einsatz künftig mit einem M2M-Mobilfunkmodul aus. Ausgestattet mit einer embedded SIM-Karte können die Geräte in über 50 Ländern genutzt werden wobei als Mobilfunkpartner Orange Business Services mit im Boot ist. Zugriff auf die Maschinen erhält Nestlé über einen Cloud-Service, der auf Basis von Sierras AirVantage M2M Cloud Plattform entwickelt wurde.

Für Nestlè eröffnet die Technik ein neues Business-Modell: Unterschreibt der Kunde einen Rahmenvertrag, analysiert die Maschine künftig den Verbrauch an Kaffeekapseln und bestellt diese automatisch nach. Engpässe, bei denen ein Office-Team plötzlich vor einem leeren Kapsel-Behälter steht, sollen damit der Vergangenheit angehören. Und der Clou, die Maschine erkennt, welche Sorten die Nutzer bevorzugen und berücksichtigt dies bei der Bestellung.

Nestlè profitiert von der M2M-Kommunikation zudem noch auf eine andere Weise: Über den Cloud-Service werden Parameter wie Wassertemperatur oder -druck überwacht. Auf diese Weise kann der Konzern sicherstellen, dass Fehlfunktionen frühzeitig vor einem Geräteausfall erkannt werden und ein Ersatzgerät geliefert wird. Auf diese Weise sichert sich Nestlè sein Nespresso-Kerngeschäft: Die ständige, ununterbrochene Nachfrage nach den teuren Kaffee-Kapseln.