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MySQL kratzt an der Konkurrenz

11.04.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der schwedische Datenbank-Anbieter MySQL AB sieht sich gut gegen Unternehmen wie Oracle, IBM und Sybase aufgestellt. Auf der ersten User Conference, die seit gestern in San Jose stattfindet, sagte der Firmengründer David Axmark, MySQL grabe der Konkurrenz kontinuierlich Marktanteile ab. Demnach laden täglich 29.000 Anwender die Software von der Firmen-Website. Weltweit gebe es bereits vier Millionen Nutzer. Das mache sich auch in der Unternehmensgröße bemerkbar. Die Zahl der Mitarbeiter wuchs in den letzten zwei Jahren von 20 auf 65.

MySQL bietet zwei Lizenzmodelle für die quelloffene Datenbank an. Sie kann zu den Bedingungen der GPL (GNU Public License) kostenlos genutzt und weiterentwickelt werden. Solche Entwicklungen müssen der Öffentlichkeit wiederum unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Wer die Modifikationen nicht offen legen will, muss Gebühren zahlen. Weitere Umsätze generiert das schwedische Unternehmen mit Dienstleistungen und Schulungen rund um die Datenbank. In einer im März veröffentlichten Marktuntersuchung bezeichnet Meta-Group-Analyst Charlie Garry MySQL als "Joker" im zwölf Milliarden Dollar schweren Datenbankmarkt. Der Anbieter müsse es jedoch schaffen, Bedenken zu zerstreuen, die viele Anwender gegen das Open-Source-Modell hegten.

Auf der Konferenz legte Axmark außerdem den Sourcecode von MySQL 4.1 vor. Neu sind unter anderem die Möglichkeiten, Subqueries (Unterabfragen) und abgeleitete Tabellen zu nutzen. Dadurch lassen sich exaktere Datenbankabfragen gestalten und Datensätze zum Beispiel nach geografischen Kriterien ordnen. Außerdem wurden die Performance und die Speicherverwaltung verbessert. Der Quelltext und kompilierte Versionen für Linux, Windows, verschiedene Unix-Derivate, QNX und Mac OS liegen in der Alpha-Version vor. Das Final-Release kommt voraussichtlich Ende 2003 heraus. Für Mitte 2004 ist bereits die Version 5.0 geplant, deren Funktionsumfang deutlich erweitert werden soll. (lex)