Interessante Nahfunktechnik

Mymuesli testet Barcoo Beacons

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
In den USA sind die Händler bereits im (i)Beacon-Fieber, nun stattet Barcoo den Mymuesly-Laden am Münchner Viktualienmarkt als vermutlich ersten Shop in Deutschland mit der Funktechnik aus.
Barcoo Beacons soll vorbeigehende Nutzer in den Laden locken.
Barcoo Beacons soll vorbeigehende Nutzer in den Laden locken.
Foto: Barcoo

Mymuesli nutzt die Barcoo Beacons, um Passanten ortsbezogene Werbebotschaften aufs Smartphone zu senden. Zu diesem Zweck wurde am Eingang des Geschäftes am Münchner Viktualienmarkt ein Sender, der sogenannte beacon (Leuchtturm), angebracht. Dieser funkt kontinuierlich seine ID über Kurzstrecken-Bluetooth, das sogenannte Bluetooth-Low-Energy (BLE). Kommt ein Nutzer am Mymuesly-Laden vorbei und hat die Barcoo-App auf seinem iPhone (ab iOS 6) installiert, erkennt die Anwendung die ID und schickt eine ihr zugeordnete Push-Nachricht mit besonderen Angeboten auf das Gerät. Für Android-Nutzer (ab Version 4.3) ist der Service demnächst ebenfalls nutzbar.

Die Push-Nachricht von Mymuesli
Die Push-Nachricht von Mymuesli
Foto: Barcoo

Da die Beacons nur mit einer geringen Reichweite funken, hat Barcoo die Technik mit seiner Geofencing-Lösung kombiniert, die einen deutlich größeren Radius um den Laden unterstützt. Im Fall von Mymuesly wird aktuell die neue Produktkategorie Müslidrinks beworben. Außerdem gibt es ein Treueprogramm für Kunden, die öfter in den Laden gehen – sie werden etwa als kleines Dankeschön auf einen Cappuccino eingeladen.

Laut Barcoo-Gründer und -CEO Benjamin Thym gibt es neben diesen zwei Szenarien noch eine Reihe weiterer Einsatzmöglichkeiten: So können Kunden beispielsweise in Geschäften direkt am Regal über ein bestimmtes Produkt informiert werden – dank Triangulation mit einer Genauigkeit von zirka zehn Zentimetern. Im Restaurant wäre es auf diese Weise denkbar, den Gästen mit einem unter dem Tisch angebrachten Beacon die Speisekarte auf ihrem Smartphone ohne Wartezeit zur Verfügung zu stellen. Da sich die Informationen nicht in den Sendern, sondern in der App oder auf dem Server befinden, lassen sich die Angebote an Besucherzahl oder Uhrzeit anpassen und automatisiert aussteuern.

Außerdem ist es möglich, Käufer etwa im Supermarkt per In-Store-Navigation zum gewünschten Produkt zu lotsen. Thym bezweifelt jedoch, dass dies im Sinne der meisten Verkäufer ist – die meisten Märkte seien im Gegenteil so angelegt, dass sich die Kunden möglichst lange darin aufhalten und zusätzliche Produkte sehen und idealerweise kaufen.

Auch wenn die Technologie und der Markt für Beacons gerade erst im Entstehen sind, ist das Interesse des Einzelhandels daran laut Barcoo-Mann Thym bereits groß – weshalb seine Firma kleinen und großen Händlern mit Barcoo Beacons einen einfachen Zugang dazu anbieten will. So könnten Ladenbetreiber ihre Filialen bereits für 50 Euro pro Monat und Filiale "Beacon-fähig" machen. Barcoo übernimmt dabei die „Installation“ der münzgroßen Sendegeräte sowie die technische und organisatorische Abwicklung. Die Barcoo-App sorgt dabei – falls gewünscht - von Anfang an für eine große Reichweite, Einzelhandelsunternehmen können Barcoo Beacons aber auch mit ihrer eigenen App nutzen.