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Mummert Consulting: Frühzeitig Praxisluft schnuppern

ist freier Journalist in München
Vom Studium direkt in die IT-Beratung - davon träumen viele Studenten. Young Professionals empfehlen, sich rechtzeitig in der Praxis umzuhören. So lassen sich herbe Enttäuschungen vermeiden. Zwei Einsteiger berichten.

Torsten Schramm (31) muss zu den glücklichen Menschen in Hamburg zählen. Obwohl es in der IT-Beratungsbranche seinerzeit spürbar abwärts ging, stieß man ihm die Tür zur Karriere weit auf. Im Frühjahr 2001, als am Neuen Markt die ersten Blasen platzten, einigte sich der frischgebackene Wirtschaftsingenieur gerade mit seinem künftigen Chef über den Karrierestart. Referenzen wie im Lehrbuch: Banklehre, Studium, Praktika in München und Boston, schließlich eine Diplomarbeit über die Geschäftsprozessoptimierung am Beispiel eines ERP-Systems. Einen besseren Vorschlag hätte Schramms Professor, der den Kontakt knüpfte, dem Beratungsunternehmen Mummert Consulting kaum unterbreiten können.

Thorsten Schramm
Thorsten Schramm

Ins IT-Beratungsgeschäft einzusteigen ist nicht mehr so leicht wie früher. "Vor wenigen Jahren", sagt Julia Sailer, "konnten Bewerber noch hoch pokern. Heute suchen sie eher den Spaß an der Arbeit sowie ein perfektes Lernumfeld." Die Personalreferentin, die selbst Banken beraten hat, weiß genau, was den Beraterjob so attraktiv macht: spannende und abwechslungsreiche Aufgaben, dazu ein angenehmes Kundenumfeld. Doch die Kunden bleiben nur bei der Stange, solange sie für ihr Geld auch überzeugende Leistungen bekommen - von engagierten, zufriedenen, bis in die Haarspitzen motivierten Beratern.

Wer als Hochschulabsolvent bei Mummert Consulting einsteigt, spürt sofort, dass das Unternehmen sich intensiv um seinen Nachwuchs kümmert. Zunächst treffen sich alle Neuen zum Basistraining "Welcome" in Hamburg. Dort geht es um Grundsätzliches: Welche Technologien spielen in der Beratung eine wichtige Rolle, wie gehe ich mit dem Laptop um, was muss ich bei der Reisekostenabrechnung beachten? Kaum sind die Einsteiger wieder in ihrem Büro, beginnt der Ernst des Beraterlebens. Gestaffelt in "Challenge", "Onwards" und "Leadership" wird jeder Berater mit dem nötigen Rüstzeug ausgestattet. Fach- und Sozialkompetenzen sind gleichermaßen wichtig. "Wer zu uns kommt", sagt Sailer, "sollte offen auf Menschen zugehen können, schließlich arbeiten wir sehr eng mit Kunden zusammen."

Freitags zu Hause arbeiten

Bei einem dichten Niederlassungsnetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist es für die neuen Mitarbeiter in der Regel nicht erforderlich, dass sie von ihrem Wohnort wegziehen. In manchen Projekten kann man sogar freitags von zu Hause aus arbeiten. Ein Vorzug, den Sabine Kräuslich (30) gern für sich reklamiert. Schließlich lebt sie in München mit ihrem Freund zusammen, den sie von Berufs wegen nur am Wochenende sehen kann. Ebenso wie ihr Kollege Schramm absolvierte sie zunächst eine Banklehre, bevor sie an der Universität Augsburg BWL, Wirtschaftsinformatik und Controlling studierte. Mit einer Diplomarbeit über rechtliche Aspekte des Internets bewarb sie sich bei Mummert Consulting und stellte sich gleich persönlich auf einem Karrierestand anlässlich der Münchener Messe Systems vor.

Sabine Kräuslich
Sabine Kräuslich

Ein Praktikum, das sie bei Andersen Consulting (heute: Accenture) absolviert hatte, gab ihr die Sicherheit, gut mit anderen Leuten auszukommen. Kräuslich macht keinen Hehl daraus, warum sie bei Mummert Consulting anheuerte: "Sicherlich hat mich auch das Einstiegsgehalt überzeugt. Entscheidender aber war, welche Entwicklungsperspektive mir aufgezeigt wurde." Nach dem Einstieg als Analyst Anfang 2001 folgte ein Dreivierteljahr intensiven Lernens. "Sofort übernahm ich eine Aufgabe in einem Bankprojekt und verfasste ein Storyboard für eine Frontend-Entwicklung." Gemeinsam mit einem Kollegen leitete sie Workshops für Kunden und ist inzwischen zur Projekt-Controllerin avanciert. "Einer muss ja den Überblick behalten, wenn neun Teilprojekte mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen von insgesamt 100 Beteiligten vorangetrieben werden", erzählt sie mit einem Augenzwinkern.

Ebenso wie seine Kollegin, ist Schramm vom Facettenreichtum seiner Arbeit angetan. "Zwar stürzen tausend Dinge auf einen ein", gibt er zu bedenken. "Doch dank der exzellenten Betreuung durch den Mentor kann einem das nicht viel anhaben." Schramm arbeitet mittlerweile als Prozessberater im SAP-Umfeld und konzentriert sich in Kundenprojekten darauf, "wie Abläufe angepasst und verbessert werden können".

Mummert Consulting ist auf die Dienstleistungsbranche spezialisiert: Beraten werden Banken, Versicherungen oder zunehmend auch Energieversorgungsunternehmen. Laut Personalreferentin Sailer will das Beratungshaus, das derzeit 1300 Mitarbeiter beschäftigt, in diesem Jahr etwa 75 neue Positionen besetzen, jede fünfte mit einem Hochschulabsolventen. "Selbstverständlich müssen die Noten überzeugen, und die Studiendauer darf sich nicht über Gebühr in die Länge ziehen", so Sailer.

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