IT-Studenten auf dem Vormarsch

Mobile Informatik eröffnet beste Jobaussichten

18.08.2014
Peter Ilg ist freier Journalist in Aalen.
In Ravensburg entwerfen IT-Studenten leichtgewichtige Softwarearchitekturen und setzen sich mit sicherheitskritischen Steuerungen in der Autoindustrie auseinander. Professor Andreas Judt erklärt, warum seine Absolventen sehr begehrt sein werden.

CW: Warum haben Sie den Schwerpunkt mobile Informatik an der Dualen Hochschule ­Ravensburg eingeführt?

Professor Andreas Judt ist Studiengangsberater an der Dualen Hochschule Ravensburg. Innerhalb der Studienrichtung Informationstechnik bietet die Hochschule die in Deutschland einzigartige Profilbildung mobile Informatik an. Für Professor Judt ist das Angebot eine logische Konsequenz auf den anhaltenden Trend hin zu mobilen IT-Lösungen. Aufgrund des großen Interesses soll mobile Informatik bald sogar eine eigenständige Studienrichtung werden.
Professor Andreas Judt ist Studiengangsberater an der Dualen Hochschule Ravensburg. Innerhalb der Studienrichtung Informationstechnik bietet die Hochschule die in Deutschland einzigartige Profilbildung mobile Informatik an. Für Professor Judt ist das Angebot eine logische Konsequenz auf den anhaltenden Trend hin zu mobilen IT-Lösungen. Aufgrund des großen Interesses soll mobile Informatik bald sogar eine eigenständige Studienrichtung werden.
Foto: Hochschule Ravensburg

JUDT: Firmen, die mit mobiler Technologie experimentieren oder arbeiten, brauchen geschultes Personal. Aufgrund der hohen Nachfrage bieten wir voraussichtlich ab 2016 mobile Informatik als eigenständige Studienrichtung an. Dadurch haben wir deutlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten für Inhalte als heute.

CW: Was lernen Studenten in der mobilen ­Informatik?

JUDT: Nach dem Grundstudium der Informationstechnik lernen sie im Schwerpunkt, leichtgewichtige Softwarearchitekturen zu konzipieren. Hinzu kommen gestalterische Aspekte wie Information-Design und die Verwendung unzuverlässiger oder sporadischer Datenverbindungen. Weiter spielen sicherheitskritische Steuerungen in Luft- und Raumfahrt, Automobil und Industrieautomatisierung eine wichtige Rolle.

CW: Werden die Studenten eher für Hard- oder Software ausgebildet?

JUDT: Sie werden für Hard- und Software ­ausgebildet. Die Inhalte umfassen Echtzeit­systeme und sicherheitskritische Anwendungen, mobile Datenbanken, Netzwerktechnik, Sensorik und Aktorik. Die hardwareseitige Ausbildung ist auf das Internet der Dinge ausgerichtet, einer Vision, die an der Schwellezur praktischen Anwendung steht.

CW: Was sollen die Absolventen können?

JUDT: Sie sollen Bindeglied sein zwischen Unternehmensprozessen und den Fähigkeiten mobiler Anwendungen. Sie sollen zukunfts­fähige Softwarearchitekturen für ein sich ­ständig wandelndes technisches Umfeld kon­zipieren und für die kommenden Generationen mobiler Geräte vorbereiten können. Sie können auch bestehende Prozesse durch den geschickten Einsatz neuer Hardware erheblich vereinfachen und kostengünstiger als bisher gestalten.

CW: Absolventen gibt es noch keine. Wie schätzen Sie deren Berufsaussichten ein?

JUDT: Unsere Ausbildungsunternehmen ­haben bereits viele Projekte im Umfeld mo­biler Informatik am Laufen. Es gibt kaum noch ­Unternehmen, die keinen Bedarf am Einsatz mobiler Informatik haben. Das Bewusstsein dafür wächst allerdings erst langsam in den Unternehmen. Weil die Anzahl an Spezialisten für mobile Informatik klein, der Bedarf aber groß ist, haben unsere Absolventen beste Berufsaussichten. Das gilt für alle IT-Spezialisten, die sich damit auskennen.

CW: Wer sind typische Arbeitgeber, was typische Aufgaben für Experten für mobile IT?

JUDT: Potenzielle Arbeitgeber sind alle Unternehmen, die mit Steuerungen und Informationssystemen arbeiten, und das über alle Branchen hinweg. Vom Tourismus über Handel und Industrie ist großer Bedarf an Informatikern mit Kenntnissen in mobilen Lösungen vorhanden. Typische Aufgaben sind Optimierung und Mobilisierung bestehender Prozesse. Die können durch den Einsatz mobiler Geräte deutlich vereinfacht werden.