Nachwuchssuche 3.0

Mobil reicht nicht

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
Susanne Köppler ist freie Autorin in München.
Eine mobile Stellenanzeige ist nur ein Schritt, um den Nachwuchs zu interessieren. Firmen müssen Bewerber dort ansprechen, wo sie unterwegs sind.

Setzen Arbeitgeber auf Mobile Recruiting, können sie sich gegenüber der Konkurrenz abheben. Schon jetzt verlangen fast 80 Prozent der Bewerber mobil optimierte Stellenanzeigen und 40 Prozent einen verkürzten Bewerbungsweg durch das Zusenden eines Profils aus einem Business- Netzwerk wie Xing oder LinkedIn.

Bei mobilen Stellenanzeigen sollte das Wichtigste ohne Vergrößerung lesbar sein.
Bei mobilen Stellenanzeigen sollte das Wichtigste ohne Vergrößerung lesbar sein.
Foto: Jobware

Allerdings sind viele mobile Stellenanzeigen noch mit viel Zoomen und Scrollen sowie langen Ladezeiten verbunden, so dass nicht wenige Bewerber aussteigen. Auch ist oft die Struktur der Anzeigen nicht klar, so eine Studie von Jobware und der Hochschule RheinMain, die mit Eye-Tracking und Recall-Tests Probanden beim Lesen mobiler Stellenanzeigen beobachtet hatten. Die gesamte Stellenanzeige sollte ohne Vergrößerung und ohne horizontales Scrollen sofort lesbar sein. Da der Leser klare Informationen und Auskunft sucht, müssen Informationen wie Unternehmensname, Stellenbezeichnung und Startzeitpunkt ebenfalls sofort sichtbar sein.

Früher Kontakt

Auch hinsichtlich der Personalsuche haben die Unternehmen noch einige Hausaufgaben zu machen, wie aus der IT-Skills-Studie der COMPUTERWOCHE hervorgeht. Die mehr als 400 befragten IT-Fach- und Führungskräfte sehen die Unternehmen künftig stärker gefordert, möglichst früh den Kontakt zum Nachwuchs zu knüpfen, Fachkräfte selbst auszubilden, duale Studiengänge, Praktika oder Werkstudententätigkeiten anzubieten. Alles Wege, die heute schon viele Arbeitgeber beschreiten.

Mehr als jeder Zweite würde sich auch mobil bewerben, wären die technischen Möglichkeiten durchdachter.
Mehr als jeder Zweite würde sich auch mobil bewerben, wären die technischen Möglichkeiten durchdachter.
Foto: MonkeyBusiness - Fotolia.com

Zudem gelte es, neue Mitarbeiter dort anzusprechen, wo sie unterwegs sind, etwa in sämtlichen Social-Media-Kanälen. Networking und Empfehlungs-Marketing werden für Arbeitgeber wichtiger. Dazu gehören gute Noten auf Arbeitgeberbewertungsplattformen wie Kununu oder zufriedene Mitarbeiter, die im Freundes- und Bekanntenkreis Bewerber auf offene Stellen im Unternehmen aufmerksam machen.

Wer mit seiner Firmenkultur, etwa flexiblen Arbeitszeiten und -orten oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf, punkten kann, braucht sich um die Personalsuche wenig zu sorgen. Davon sind etliche Befragte überzeugt. Gute Arbeitsbedingungen sind immer noch die beste Werbung für ein Unternehmen.

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Dieser Artikel ist im COMPUTERWOCHE-Sonderheft "Zukunft der IT-Profis" erschienen, welches zum kostenlosen Download zur Verfügung steht.

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