Sehenswertes in 3D

Mio Digiwalker C620T

03.03.2008
Von Ines  Walke-Chomjakov und
Moritz Jäger ist freier Autor und Journalist in München. Ihn faszinieren besonders die Themen IT-Sicherheit, Mobile und die aufstrebende Maker-Kultur rund um 3D-Druck und selbst basteln. Wenn er nicht gerade für Computerwoche, TecChannel, Heise oder ZDNet.com schreibt, findet man ihn wahlweise versunken in den Tiefen des Internets, in einem der Biergärten seiner Heimatstadt München, mit einem guten (e-)Buch in der Hand oder auf Reisen durch die Weltgeschichte.
Mio will den deutschen Markt mit der Eigenmarke Digiwalker erobern. Mit dem Modell C620T wird das wohl nur teilweise gelingen, denn das Navi zeigte im Praxistest auf der Straße neben Stärken auch einige Schwachpunkte.

Testbericht
Mit dem Digiwalker C620T steigt Mio in den deutschen Markt ein. Der Hersteller aus Taiwan war vorher nur über OEM-Produkte vertreten.

Besonderheit: Das Navi C620T zeigt Sehenswürdigkeiten in dreidimensionaler Ansicht. Derzeit beschränkt sich die 3D-Optik auf ausgewählte Städte wie Berlin, München, London und Barcelona. Weitere Städte sollen im Laufe des Jahres dazukommen. Außerdem erleichtern Höhenkarten von Tele Atlas zusätzlich die Orientierung.

Ausstattung: Das Gerät bietet den gängigen 4,3-Zoll-Breitbildschirm, der allerdings auf der rechten Seite mit Icons belegt ist, was zu Lasten der Größe des Kartenausschnitts geht. Außerdem hat das Gerät einen MP3-Player sowie Fotobetrachtungssoftware integriert und beherrscht TMC. Auf dem 2-GB-Speicher ist das Kartenmaterial von 22 Ländern Westeuropas vorinstalliert. Ein Kartenslot für die Typen SD und MMC ist vorhanden, eine Speicherkarte liegt allerdings nicht bei.

Handhabung: Die Menüführung des Navis stellte sich im Test als intuitiv, wenn auch teilweise als etwas umständlich heraus. Der Grund: Je nach Voreinstellung wollte das Navi die Route mehrmals bestätigt haben, bevor es die Strecke berechnete. Hatten wir uns allerdings erst einmal an die Eigenheit gewöhnt, klappte die Bedienung flott.

Navigation: Auf das erste Signal warteten wir im Schnitt eine halbe Minute. Das ist relativ flott. Auch sonst waren die Zeitwerte zur Streckenberechnung vertretbar. Die sprachliche Führung beschränkte sich auf das Wesentliche, lotste aber korrekt, wenn die Stimme auch etwas blechern aus dem Lautsprecher kam. Straßennamengenaues Routing beherrschte das C620T nicht. Bei Überlandfahrten verwechselte das Gerät hin und wieder die Autobahn mit der parallel laufenden Nebenstrecke. Es tat sich deshalb etwas schwer, die von uns eingeschlagene Route zu identifizieren. Hier ist noch Raum für Nachbesserungen. In der Stadt wiederum ergaben sich keine Probleme mit Neuberechnungen von Routen. Manko: Der Akku hielt gerade einmal 1:15 Stunden. Das ist wenig.

Fazit: Ein Navi der Mittelklasse, das ordentlich ausgestattet ist. Kleine Schwächen im Routing verhinderten, dass es sich einen Spitzenplatz sichern konnte.