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Microsofts ALM-Plattform nimmt Gestalt an

16.07.2004

Der Markt für Application Lifecycle Management (ALM) ist gegenwärtig besetzt von Anbietern wie Borland, IBM Rational, Mercury Interactive und Telelogic. Dazu will sich demnächst auch Microsoft gesellen, das im kommenden Monat eine Reihe von XML-Schemata veröffentlichen wird, die das kürzlich angekündigte "Visual Studio 2005 Team System" untermauern.

Mithilfe der XML-Schemata sollen Partner ihre ALM-Tools möglichst einfach mit dem Team System integrieren können, das in der ersten Hälfte kommenden Jahres erscheinen und eine Grundlage für die Kommunikation zwischen verteilten Mitgliedern einer ALM-Arbeitsgruppe liefern soll. Die auf der TechEd im vergangenen Mai erstmals vorgestellte Lösung setzt auf die hauseigene Datenbank "SQL Server" auf, die als Repository für Entwicklungsprojekte herangezogen wird.

"Die meisten Lifecycle-Tools sind heute siloartig konzipiert", kritisierte Prashant Sridharan, Senior Product Manager der .NET Developer Product Management Group im Gespräch mit "Computerwire". "Wir wollten eine erweiterbare Plattform schaffen, über die alle Tool-Anbieter ihre Informationen teilen können."

Sein Standing im neuen Markt will sich Microsoft unter anderem durch Benutzerfreundlichkeit verschaffen. Team System werde "sehr intuitiv sein und nicht tausende Schulungsstunden verschlingen", versprach Sridharan. Das Produkt werde Kunden Zeit und Geld sparen und Entwickler bei größeren und komplexeren Projekten unterstützen.

Ein wichtiger und umstrittener Teil von Team System wird das Application Modeling. Die Microsoft-Lösung verwendet hier "Whitehorse", eine Modeling-Engine und -Framework auf Basis von Domain Specific Languages (DSLs), das auch die Unified Modeling Language (UML) verwendet. Diese steht gegenwärtig quasi synonym für Anwendungs-Modellierung.

Microsoft hatte mit seiner Ankündigung, nicht ebenfalls voll auf diesen De-facto-Standard zu setzen, für einige Aufregung gesorgt. Laut Sridharan betrachtet der Redmonder Konzern UML schlicht als Untermenge von DSLs. UML, so der Microsoft-Mann, verlange eine stärkere Nutzung von Stereotypen, die größere Anpassungen erforderten und das Modeling verkomplizierten. "Wir ermutigen unsere Partner, UML-2-Implementierung auf Whitehorse aufzusetzen", so Sridharan. Whitehorse sei "UML und mehr". Whitehorse übernehme zumindest die drei meistgenutzten UML-Modelle für Klassen, Sequenzen- und Case-Diagramme.

Für Team System plant Microsoft drei DSL-Designer: Einen für Service-orientierte Anwendungen, einen für logische Infrastruktur sowie einen Klassen-Designer. Mehr Informationen zu DSLs will das Unternehmen im Oktober auf der Fachkonferenz Object-Oriented Programming, Systems, Languages and Applications (OOPLSA) erzählen. (tc)