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Microsoft zeigt Palladium-Prototypen im Mai

27.03.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft will auf der WinHec (Windows Hardware Engineering Conference), die Anfang Mai in New Orleans stattfindet, erste Rechner vorstellen, die auf der unter dem Codenamen "Palladium" entwickelten NGSCB (Next Generation Secure Computing Base) basieren. Bei der Technologie handelt es sich um einen Chip, der im Zusammenspiel mit Softwareschnittstellen Schutz vor Hacker-Attacken und Virenbefall bieten soll. Kritiker befürchten jedoch, dass durch DRM-Funktionen (Digital Rights Management) die Nutzungsmöglichkeiten von Anwendungen und Daten eingeschränkt werden.

Um die von Intel und AMD entwickelten Hardwarekomponenten ansprechen zu können, wird Windows um das Modul "Nexus" erweitert. Bei Nexus handelt es sich um eine abgeschottete Arbeitsumgebung, über die Dateien verschlüsselt direkt auf dem Chip abgespeichert werden. NGSCB ermöglicht aber auch den Einsatz rigider DRM-Systeme, die eine eindeutige Identifizierung von PCs in Netzwerken zulassen. Das gehe soweit, Anwendern die Kontrolle über lokal gespeicherte Daten zu entziehen. Zum Beispiel könnte das Abspielen von urheberrechtlich geschützten Audio- oder Video-Dateien unterbunden werden, so die Befürchtungen.

Während es sich bei den im Mai gezeigten Geräten lediglich um Prototypen handelt, will Microsoft erste praxisnahe Anwendungen im Oktober 2003 zeigen. NGSCB wird voraussichtlich in den Windows-XP-Nachfolger "Longhorn" integriert, dessen Markteinführung für 2005 angekündigt ist. (lex)