Desktop-Virtualisierung

Microsoft tauft Softgrid um in App-V

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Microsoft hat seine Application-Streaming-Lösung "Softgrid" zur Desktop-Virtualisierung analog zum Server-Hypervisor "Hyper-V" umbenannt in "App-V".

In Sachen Desktop-Virtualisierung proklamiert Microsoft seit einiger Zeit den "Optimized Desktop", der zentralisiertes Management und Deployment von sowohl phyischen wie virtuellen Ressourcen adressiert.

Nun sei die Entwicklung des umbenannten App-V 4.5 abgeschlossen, teilte der weltgrößte Softwarehersteller mit. Die neue Version soll mit dem Microsoft Desktop Optimization Pack (MDOP) 2008 R2 erscheinen, das in einigen Wochen herauskommen soll.

Mit App-V (vormals Softgrid) können Anwender Applikationen in so genannte Container packen, auf Servern ablegen, dort zentral verwalten und vom Server aus an Endgeräte wie PCs streamen. MDOP ist ausschließlich für Kunden mit Software-Assurance-Verträgen (SA) erhältlich und soll Admins dabei unterstützen, große Mengen von Desktop-Rechnern unter Windows inklusive Vista SP1 zu verwalten. Es besteht aus zahlreichen Tools, die sich Microsoft mit den Übernahmen von Softricity, Kidaro, AssetMetrix, Winternals Software sowie DesktopStandard zusammengekauft hatte.

App-V 4.5 integriert sich mit dem hauseigenen Systems Center Operations Manager 2007 und Configuration Manager 2007 R2. Eine weitere Neuerung ist die Dynamic Suite Composition (DSC), mit der sich virtualisierte Applikationen Middleware-Ressourcen wie eine Datenbank teilen können.

"Mit der Virtualisierung von Anwendungen sparen Sie Kosten", verspricht Scott Woodgate, Director of Windows Product Management bei Microsoft. "Wir glauben, dass App-V mit der Zeit genauso verbreitet sein wird wie Hyper-V auf Servern. Und wir gehen davon aus, dass Anwendungs-Virtualisierung die primäre Technik sein wird, die in den nächsten drei Jahren auf Desktops eingeführt wird."

App-V 4.5 unterstützt inzwischen elf Sprachen und bekommt eine Service-Provider-Lizenz namens "Microsoft Application Virtualization 4.5 Hosting for Desktops". Diese gestattet es Dienstleistern, auch Nicht-Microsoft-Programme im SaaS-Modell (Software as a Service) zu verteilen.

Überdies erweitert Microsoft die Vista Enterprise Centralized Desktop (VECD) License über die hauseigene Server-basierende Virtual Desktop Infrastructure hinaus. Ab Januar 2009 kommen drei Deployment-Szenarien dazu: Für 110 Dollar pro Jahr darf man ein Virtual Machine Image von Vista auf einen PC im Besitz eines Mitarbeiters streamen, für das gleiche Geld auch an die Rechner von Vertrags/Leiharbeitern und für 23 Dollar per annum dürfen Mitarbeiter ein virtuelles Vista-Image auf einen anderen VECD-konformen PC oder PC daheim mitnehmen.

Last, but not least teilte Microsoft mit, dass Citrix eine Version seines "XenDesktop" herausbringen werde, die sich mit Microsofts kommendem System Center Virtual Machine Manager integriert.