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Microsoft stellt "Netmeeting" ein

25.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft hat angekündigt, die Entwicklung der 1996 erstmals auf den Markt gebrachten Online-Konferenzsoftware "Netmeeting" einzustellen. Die Applikation soll durch "Office Live Meeting" abgelöst werden. Die Technologie für das Produkt stammt vom Anfang 2003 übernommenen Web-Conferencing-Anbieter Placeware (Computerwoche online berichtete).

Mit Netmeeting stellt Microsoft auch den Betrieb der entsprechenden Conferencing-Server ein, sagte Unternehmenssprecherin Stacy Drake. Somit müssen Anwender, die das Tool künftig nutzen wollen, die IP-Adressen ihrer Konferenzpartner manuell eingeben.

Für Mike Gotta, Senior Vice President der Meta Group, kommt Microsofts Ankündigung nicht überraschend. Gotta zufolge ist das Tool nur in Ermangelung von Alternativen eingesetzt worden. Das Ende des Produktzyklus sei abzusehen gewesen. 1998 warb Microsoft damit, dass große Unternehmen wie Dow Chemicals Netmeeting als Collaboration-Tool unterstützen. "Netmeeting war nie eine besonders gute Konferenzsoftware", sagte IDC-Analyst Robert Mahowald. Viele Nutzer seien schnell auf Anwendungen wie Lotus Sametime umgestiegen.

Mit einem vergangene Woche beendeten Patentrechtsprozess habe die Einstellung des Produkts nichts zu tun, heißt es in Redmond. Microsoft ist zur Zahlung von 62,3 Millionen Dollar verurteilt worden, weil die in Netmeeting integrierte "Whiteboard"-Technik nach Ansicht des zuständigen Gerichts Rechte des Technologie-Unternehmens SPX verletzt (Computerwoche online berichtete). (lex)