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Microsoft startet Klagewelle gegen Software-Piraterie

02.11.2006
Microsoft zieht im Kampf gegen illegale Software- Kopien erstmals in einer internationalen Aktion vor Gericht.

In über 50 Gerichtsverfahren hat der weltweit größte Softwarekonzern Klage gegen Unternehmen und Privatpersonen erhoben, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Die Aktion richte sich gegen Verkäufer, die gefälschte Software unter anderem über eBay oder andere Auktions-Plattformen anbieten.

Unter den insgesamt 55 Rechtsverfahren sind 15 in den USA, zehn in Deutschland, zehn in den Niederlanden, fünf in Frankreich und fünf in Großbritannien sowie Verfahren in Argentinien, Australien, Belgien, Korea, Mexiko und Polen angesiedelt. Viele der Beklagten habe Microsoft zuvor vor einem widerrechtlichen Verhalten gewarnt. Gefälschte Software sei vor allem auch ein Risiko für die Konsumenten, so das Unternehmen.

Eine Senkung der Piraterierate könnte Microsoft mehr als 1,3 Milliarden Dollar in kommenden Jahr einbringen, schätzt Analyst Brent Thill von der Citigroup. Der PC-Markt legt derzeit deutlich in Märkten wie China oder Russland zu, wo auch die Software-Piraterie floriert. Das Umsatzwachstum für Windows liegt dementsprechend unter dem des weltweiten PC-Marktes.

Die Kunden hätten in Sachen Software-Piraterie oftmals das größte Nachsehen, argumentiert Microsoft-Manager Joe Peterson. Jedes Jahr würden Millionen von Konsumenten nichts ahnend zu Opfern, indem sie unwissentlich gefälschte Software kaufen. Dabei gingen viele auch ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko ein. "Gefälschte Software ist fehlerhaft und gefährlich", sagt Microsoft-Rechtsanwalt Matt Lundi. Sie öffne die Tür für Identitätsdiebstahl und andere ernsthafte Sicherheitsverletzungen. (dpa/tc)