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Microsoft senkt nach Urteil Preise bis zu 30 Prozent

01.09.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - In der Vergangenheit hat der Verkauf von Microsoft-OEM-Software, die eigentlich nur mit Hardware weitergegeben werden durfte, immer wieder Ärger verursacht. Nun reagiert der Softwarehersteller auf ein BGH-Urteil und erlaubt auch den Einzelverkauf.

Richard Roy, deutscher Chef von Microsoft, hat "ziemlich pikante Preisreduktionen“ angekündigt. "Windows 2000 Server“ soll nach Informationen der CW-Schwesterpublikation Tecchannel.de mit 1595 Mark um 31 Prozent billiger sein als zuvor. Bei einigen anderen Produkten wurden die Preise um etwa 20 Prozent gesenkt. Grund für die Preissenkungen ist ein Urteil des Bundesgerichtshofs, der im Juli entschieden hatte, dass Microsoft den Vertrieb seiner Softwareprodukte durch OEM-Partner hinnehmen muss. Der Konzern vertrat den Standpunkt, dass solche CDs ausschließlich in Kombination mit einem fabrikneuen PC verkauft werden dürften.

Nach dem neuen Lizenzmodell gibt es nun bestimmte Software nur noch als preisgünstige OEM-Produkte, wahlweise mit oder ohne Hardware. In diese Kategorie fallen fast alle Betriebssysteme sowie "Office 2000 Small Business". Die anderen Programme hingegen vertreibt der Hersteller nun ausschließlich als Einzelhandels-Pakete, sie können von OEMs nicht mehr zum Vorzugspreis erworben und vorinstalliert werden. Fachhändler, die unabhängig von der Hardware Microsoft-Produkte verkaufen, müssten allerdings auch Service und Support übernehmen.