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Microsoft schaltet Oberstes US-Gericht ein

08.08.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft hat sich an das Oberste Gericht der USA (Supreme Court) gewandt, um die Aufhebung eines Urteils zu erwirken, wonach der Softwarekonzern seine Monopolstellung mißbraucht hat. Bereits in der vergangenen Woche hatte ein US-Bezirksgericht einen Antrag des Unternehmens abgelehnt, in dem der Softwarehersteller die Verantwortlichen um eine erneute Anhörungen zu diesem Sachverhalt ersucht hatte. Die Gates-Company strebte eine Aufhebung des vor einigen Wochen von einem Berufungsgericht bekräftigten Urteils an, wonach Microsoft durch die illegale Bündelung von Windows mit seiner Browser-Software "Internet Explorer" sein PC-Betriebssystem-Monopol ausgenutzt habe.

Der nächste Schritt wäre eine mögliche Bestrafung des Konzerns wegen wettbewerbswidriger Praktiken. Damit soll ein neuer Einzelrichter beauftragt werden. Dem bisherigen Richter Thomas Penfield Jackson war der Fall entzogen worden. Microsoft begründete seinen jüngsten Antrag mit der Befangenheit des Richters, da dieser vor dem Abschluss des Verfahrens mehrfach Gespräche mit Journalisten geführt habe (Computerwoche online berichtete). Der Softwarekonzern forderte das Berufungsgericht zudem auf, alle weiteren Schritte bis zu einer Entscheidung der höchsten Richter aufzuschieben. Rechtsexperten bezweifeln jedoch, dass der Supreme Court sich des Falles annehmen wird.