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Microsoft regelt Server-Lizenzierung für virtuelle Systeme

13.06.2007
In einem White Paper hat Microsoft die Lizenzregeln für sein Server-Betriebssystem Windows Server 2003 im Zusammenspiel mit Virtualisierungssoftware festgelegt.

Mit der stärkeren Nutzung von Virtualisierungstechniken wächst auf Anwenderseite oft auch die Unsicherheit, wie die derart genutzte Software beim Hersteller zu lizenzieren ist. Herkömmliche Lizenzmetriken, die beispielsweise ein Server-Betriebssystem nach Anzahl der Rechner beziehungsweise CPUs bemessen, werden durch Virtualisierungssoftware meist unterlaufen. Mit Hilfe virtueller Maschinen lassen sich mehrere Instanzen einer Software auf einem Stück Hardware betreiben (siehe auch: Der Kampf um den Virtualisierungsmarkt).

Microsoft will nun im Rahmen eines White Paper Klarheit für sein Server-Betriebssystem "Windows Server 2003" schaffen. In dem Dokument "Licensing Microsoft Server 2003 R2 to Run with Virtualization Technologies" beschreibt der Softwarekonzern seine Richtlinien, wonach Kunden das Operating System im Zusammenspiel mit Virtualisierungsprodukten wie beispielsweise VMWare beziehungsweise das Microsoft-eigene Tool "Virtual Machine Manager" lizenzieren müssen (siehe auch: VMware hängt Microsoft ab). Darüber hinaus bietet der Softwarehersteller seinen Kunden die Möglichkeit, mit Hilfe des "Virtualization Calculator" die Kosten für den Betrieb ihrer virtuellen Server-Instanzen in verschiedenen Szenarien zu kalkulieren.

Demnach müssen Anwender der "Standard Edition" des Windows Server 2003 für jede Instanz, egal ob diese physikalisch oder virtuell betrieben wird, eine Lizenz vorweisen können. Mehr Flexibilität bieten Microsoft zufolge die "Enterprise"- und "Datacenter-Edition". Im Rahmen einer Enteprise-Lizenz dürfen die Anwender parallel zu jedem physikalischen System, für das eine Lizenz vorliegt, vier virtuelle Instanzen betreiben. Besitzt ein Kunde eine Datacenter-Lizenz, darf das Betriebssystem unbegrenzt eingesetzt werden. Die Zahl der physikalischen und virtuellen Instanzen spielt bei dieser Lizenzvariante also keine Rolle.

Diese Spielregeln könnten sich jedoch schon bald wieder ändern. Ende des Jahres soll mit Windows Server 2008, Codename "Longhorn", der Nachfolger des Server-Betriebssystems auf den Markt kommen. Derzeit liegt das System in der Beta-3-Version vor. Microsoft zufolge soll das künftige Release integrierte Virtualisierungstechniken mitbringen. Damit trage der Konzern der zunehmenden Nutzung entsprechender Techniken Rechnung, erläuterte Microsoft-Sprecher Patrick O'Rourke. Allerdings könnten Anwender das neue System auch mit Virtualisierungssoftware von Drittanbietern betreiben, verspricht der Konzern.

Experten vermuten, dass Microsoft seine Ziele in Sachen Virtualisierung nicht erreicht habe. Demnach könne der Konzern Longhorn nicht mit den ursprünglich geplanten Virtualisierungsmöglichkeiten ausliefern kann (siehe auch: Microsoft rudert bei Longhorn-Virtualisierung zurück). (ba)