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Microsoft: Monti hat Angst vor Berufung

24.02.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge wird EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti keine allzu drakonischen Strafen gegen Microsoft verhängen. Der oberste Brüsseler Kartellwächter wolle so verhindern, dass seine Entscheidung vom EU-Berufungsgericht im Luxemburg gekippt werde, wie ihm dies in der Vergangenheit schon mehrfach passiert war.

Für Kartellrechtsverstöße in der Vergangenheit soll der Redmonder Konzern zwar bestraft werden. Vermieden werden soll aber offenbar die Forderung, Microsoft müsse mehr Quellcode offen legen als es zu tun bereit ist. Derweil laufen die Schlichtungsverhandlungen mit Microsoft weiter. In punkto Dominanz im Server-Markt sei der Softwareriese zu Konzessionen bereit und würde mehr Details dazu veröffentlichen, wie man bessere Verbindungen zu Windows-Systemen aufbaut, berichten Insider.

Monti erklärte gestern, er habe bereits das Datum für die Entscheidung der EU-Kommission festgelegt. Bis dahin liefen die Verhandlungen weiter. Den Veröffentlichungstermin wollte Monti nicht nennen. Er wollte auch nicht verraten, ob er Microsoft das Datum genannt habe. (tc)