Preise runter, Speicher rauf

Microsoft kämpft um Hoheit in der Cloud

24.06.2014
Wer Fotos, Videos oder andere Dateien im Internet speichern will, kann sich freuen: Es wird immer billiger und ist oft sogar kostenlos. Die Technologiekonzerne liefern sich eine Preisschlacht um die Gunst der Kunden. Den jüngsten Vorstoß macht Microsoft.

Microsofts neuer Chef Satya Nadella heizt den Kampf um die Vormachtstellung im zukunftsträchtigen Cloud-Geschäft an. Er senkt die Preise für Online-Speicher und räumt den Nutzern zugleich mehr Platz auf den Servern des Konzerns ein. Die Aktion zielt gegen die Rivalen Apple, Google und Amazon. Die Neuerungen würden ab dem kommenden Monat gelten, hieß es am Montag im Firmen-Blog.

Auf OneDrive for Business kann man auch über verschiedene mobile Apps zugreifen.
Auf OneDrive for Business kann man auch über verschiedene mobile Apps zugreifen.
Foto: Microsoft

Der kostenlose Speicherplatz in Microsofts Online-Dienst OneDrive steigt demnach von 7 auf 15 Gigabyte. Der Preis für 100 Gigabyte wird in Deutschland auf 1,99 Euro halbiert, der für 200 Gigabyte sinkt auf 3,99 Euro. Wer ein Abo für die Bürosoftware Office 365 abschließt, bekommt künftig als Bonus 1 Terabyte an Speicher dazu statt der bisherigen 20 Gigabyte. Laufende Verträge würden automatisch umgestellt, erklärte Microsoft.

Der seit Jahresbeginn amtierende Nadella will Microsoft vor dem Hintergrund eines geschrumpften PC-Markts unabhängiger vom Betriebssystem Windows machen. Dazu hat er die Devise "Mobile first, Cloud first" ausgegeben. Daten und Anwendungen sollen über das Netz von jedem Gerät aus erreichbar sein - auch von solchen, die von der Konkurrenz stammen. Wichtig ist Nadella vielmehr, dass die Dienste im Hintergrund auf Microsoft-Servern laufen.

Zuvor hatten bereits Google und Apple die Preise für Online-Speicher gesenkt. Auch Amazon stellt Privatkunden Platz auf seinen Servern zur Verfügung, macht den Großteil des Geschäfts aber mit Firmenkunden, die Rechenleistung und Speicher für ihre Websites brauchen. Der Preiskampf der Technologie-Schwergewichte setzt dabei spezialisierte Speicherdienste wie Dropbox oder Box unter Druck. (dpa/tc)