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Microsoft gehören vier Prozent von Corel/Inprise

21.02.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Lustig, lustig: Softwareriese Microsoft wird zum Open-Source-Anbieter wider willen. Grund: Die Gates-Company hatte sich im vergangenen Juni mit 25 Millionen an der schwächelnden Technologieschmiede Inprise (vormals Borland) beteiligt - und die entsprechenden Anteilscheine dürfen nicht vor Juni 2001 veräußert werden. Die strategische Investition sollte seinerzeit das Bekenntnis von Inprise zur Windows 2000 DNA zementieren. Im Gegenzug nahm Inprise die aktuellen Microsoft Foundation Classes und die zugehörige Entwicklungsumgebung für seine Development-Tools in Lizenz. Nun aber begibt sich Inprise, ohnehin schon in letzter Zeit immer stärker im Linux-Umfeld engagiert, bekanntlich mit den kanadischen Softwerkern von Corel unter eine gemeinsames Dach, um ein neues

"Linux-Powerhouse" zu werden. Die 25 Millionen Dollar von Microsoft ergäben, sofern der Corel-Inprise-Deal kartellbehördlich abgesegnet wird, eine vierprozentige Minderheitsbeteiligung - ärgerlich für einen Anbieter, der öffentlich sowohl als Gegner von Linux im Besonderen als auch des Open-Source-Entwicklungsmodells im Allgemeinen auftritt.