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Microsoft erhält nun doch Patent auf FAT-Dateisystem

11.01.2006
Nach Niederlagen in vorherigen Entscheidungen betrachtet das amerikanische Patentamt das Dateiformat nun für patentfähig. Hersteller von Speicherkarten oder Linux-Distrubtoren könnte das teuer zu stehen kommen.

Das Dateisystem "File Allocation Table" (FAT) geht auf MS-DOS zurück und gilt heute als technisch längst überholt. Dennoch bemühte sich Microsoft, die dort enthaltenen Verfahren als Patent anzumelden. Nach Einspruch einer kleinen Interessensgruppe namens Public Patent Foundation unterzog das Patentamt Microsofts Antrag einer neuerlichen Prüfung. Nach anfänglich ablehnenden Entscheidungen erhielt Redmond nun Recht.

Auch wenn FAT in modernen Betriebssystemen keine Bedeutung mehr hat, wird es häufig noch als Dateisystem für den Austausch von Informationen genutzt. So gehört es etwa zum Lieferumfang der meisten Linux-Distributionen, weil auf Multi-Boot-Installationen sowohl Windows als auch das Open-Source-System auf eine solcherart formatierte Partition zugreifen können. Aufgrund seiner Einfachheit wird FAT auch in Kleingeräten noch häufig eingesetzt, etwa in Speicher-Sticks oder in Digitalkameras.

Sowohl auf Hersteller derartiger Hardware als auch auf Linux-Distributoren könnten nun Forderungen nach Lizenzabgaben zukommen. Dies ist nicht unwahrscheinlich, da Microsoft bereits 2003 die Technologie an Lexar Media, einen Produzenten von Flash-Speicher, lizenziert hatte. (ws)