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Microsoft: Aus Corona wird Windows Media 9

15.07.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Microsoft gibt heute Details zur unter dem Codenamen "Corona" entwickelten Media-Technik für Windows bekannt. Wenig überraschend: Der Nachfolger von Windows Media 8 heißt Windows Media 9. Bis die neue Technik auf die Rechner der Anwender kommt, dauert es allerdings noch ein paar Monate. Erst am 4. September will Bill Gates auf einer Veranstaltung in Los Angeles den öffentlichen Betatest starten, berichten US-Medien. Die fertige Version soll dann in das Betriebssystem Windows .Net Server integriert werden, das voraussichtlich noch in diesem Jahr auf den Markt kommen wird.

Windows Media 9 kommt mit verbesserten Encodern zum Komprimieren von Audio- und Videodateien sowie neuen Codecs zum Abspielen der Medien. Auch die Streaming-Technik wurde optimiert. Sie soll jetzt ähnliche Funktionen wie MPEG 4 bieten und Videos abspielen können, ohne sie auf dem Rechner des Anwenders zwischenzuspeichern. Damit sich die neuen Funktionen auf allen Windows-Systemen nutzen lassen, wird es den Windows Media Player in der Version 9 wieder als eigenständige Anwendung geben - im Gegensatz zur Version 8, die nur mit Windows XP zu haben ist.

Hersteller von Unterhaltungselektronik wie Pioneer Electronics haben bereits angekündigt, die Windows Medienformate WMA (Windows Media Audio) und WMV (Windows Media Video) zu unterstützen. Die Microsoft-Formate beherrschen das DRM (Digital Rights Management), wodurch sich illegale Kopien verhindern lassen sollen. Damit könnte WMA und WMV nun auch Einzug in die Unterhaltungselektronik finden. Allerdings bleibt laut Jupiter-Research-Analyst Michael Gartenberg abzuwarten, ob die Bild- und Klangqualität von Windows Media 9 hält, was Microsoft verspricht. Ein Vorteil der populären Formate MP3 und MPEG sei außerdem ihre Plattformunabhängigkeit. Dagegen zwinge die Bearbeitung und Bereitstellung von Windows-Media-Inhalten Anwender auf Windows-Systeme. (lex)