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Mandrakesoft meldet durchwachsen schwarze Zahlen

11.11.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der französische Linux-Distributor Mandrakesoft hat im letzten Geschäftsjahr den Umsatz deutlich gesteigert und wieder Gewinne verbucht. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel auf 5,18 Millionen Euro; unterm Strich soll ein Gewinn geblieben sein, über dessen Höhe das Unternehmen allerdings keine Angaben machte.

77 Prozent des Gesamtumsatzes stammen aus dem Online-Geschäft, aus Lizenzen und aus Beiträgen zum Mandrakelinux User Club. Der Fachhandel steuerte nur noch 15 Prozent zum Ergebnis bei. Sorgen bereitet es dem Unternehmen insbesondere, dass professionelle Dienstleistungen nur noch acht Prozent der Einkünften ausmachen. Ein Hoffnungsschimmer sind große Staatsaufträge, die sich noch nicht in den Zahlen des letzten Geschäftsjahres niedergeschlagen haben. So ersetzt Mandrakesoft beim französischen Beschaffungsministerium auf 1.500 Servern Windows NT durch die eigene Linux-Version. Außerdem gehört der Distributor zu einem Konsortium, das im Auftrag des Pariser Verteidigungsministeriums eine sichere Linux-Variante entwickeln soll. Dieser Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren und ein Volumen von sieben Millionen Euro.

Aber auch damit ist Mandrakesoft noch nicht aus dem Schneider. Im Januar letzten Jahres hatte sich das hochdefizitäre Unternehmen unter Gläubigerschutz geflüchtet. Der endete im März dieses Jahres - allerdings verbunden mit der Auflage, innerhalb von neuen Jahren 4,1 Millionen Euro an Gläubiger zurückzuzahlen. (ls)