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Lotusphere: IBM gibt Ausblick auf Notes/Domino 7

29.01.2004

Auf der diesjährigen Lotusphere beteuerte IBM immer wieder, dass Notes/Domino trotz der neuen Websphere-basierenden Lösung "Lotus Workplace" (LWP) noch ein langes Leben beschieden sei. Zur Bekräftigung dieses Versprechens stellte IBM für die Version 7 einige interessante Features in Aussicht.

Nach dem Client-lastigen Release 6.5 möchte die IBM in der Version 7 den Fokus wieder mehr auf den Server legen. Zu den wichtigsten Ankündigungen gehörte zweifellos, dass die DB2-Datenbank anstelle der Notes-eigenen NSF als Datenspeicher für alle Anwendungen genutzt werden kann. Dies fällt zwar unter die Kategorie Weiterentwicklung von Domino, weil der Messaging-Veteran damit eine besser skalierbare Datenbank zur Grundlage erhält. Gleichzeitig macht IBM damit einen weiteren Schritt zur Zusammenführung von Domino und LWP. Trotz aller Zusicherungen, dass Notes/Domino für unbegrenzte Zeit existieren würden, ließen IBM-Verantwortliche keine Zweifel daran, dass Big Blue nicht auf Dauer zweigleisig fahren wolle. Die DB2-Unterstützung ermöglicht etwa ein gemeinsames Mail-Repository für beide Systeme, wenn sie beispielsweise in einer Umstellungsphase im Mischbetrieb parallel genutzt werden. Für Anwender und Entwickler soll die Umstellung von Domino auf die relationale Datenbank transparent erfolgen.

Zu den geplanten Neuerungen gehört auch eine verbesserte Unterstützung für Web-Services. In Zukunft lassen sich Java- und Lotusscript-Anwendungen per Mausklick im Notes-Designer als Web-Services publizieren. Das Tools erzeugt dann eine WSDL-Datei, die zur Entwicklung von SOAP-Clients ausgelesen werden kann. Der Konsum von Web-Services durch Notes-Anwendungen bedarf auch weiterhin der Handarbeit.

Ebenfalls der Anwendungsentwicklung kommt das Admin-Tool unter der voraussichtlichen Bezeichnung "Domino Domain Manager" entgegen. Mit seiner Hilfe lässt sich u.a. das Laufzeitverhalten von Agents überwachen. Es gibt etwa Auskunft über die CPU-Nutzung eines Programms oder daüber, wie lange es bereits abläuft und ob es ein eventuell eingestelltes Zeitlimit überschritten hat. Damit der Entwickler bei schlechtem Laufzeitverhaltens auch weiß, wo er Verbesserungen anbringen soll, wird der Designer endlich einen Profiler umfassen.

Auch wenn der Schwerpunkt der Neuerungen im Release 7 auf dem Server liegen, so zeigte die IBM auch einige Verbesserungen für den Notes-Cient. Dazu zählt etwa erweitertes Multithreading, so dass beim Öffnen einer Datenbank nicht auf den Aufbau einer Ansicht gewartet werden muss. Vielmehr kann der Benutzer währenddessen zu einer Anwendung umschalten. Für stressgeplagte Manager soll Notes 7 überfüllte Kalender durch eine Archivierungsfunktion verschlanken. Für Anwender von Microsoft Office wird der Mail-Client Viewer für die neuesten Dateiformate (etwa WordML) enthalten. Geplant ist zudem eine Unterstützung von Smart Tags, so dass Office beispielsweise beim Eintippen von Eigennamen im Namens- und Adressbuch nachschlägt und die Informationen zur betreffenden Person zugänglich macht.

Bis zur Freigabe von Notes/Domino 7 wird noch rund ein Jahr vergehen. Vorher sollen noch die kleinen Updates 6.51 und 6.52 freigegeben werden, die vornehmlich Korrekturen umfassen sollen. (ws)