Nokia-Chef Elop

Lieber kein Android für Nokia-Smartphones

25.01.2013
Android sei für Nokia kein Thema, bekräftigte Nokia-Chef Stephen Elop im Anschluss an die Bekanntgabe der Quartalsergebnisse. Android sei auf eine unangenehme Art fragmentiert und bei weitem nicht so offen, wie Google immer behaupte, wetterte Elop in einer Telefonkonferenz.
Nokia-Chef Stephen Elop mit seinem Exkollegen, Microsoft-CEO Steve Ballmer
Nokia-Chef Stephen Elop mit seinem Exkollegen, Microsoft-CEO Steve Ballmer
Foto: Nokia

Nokia werde auch weiterhin auf Windows Phone auf Windows Phone für Highend-Smartphones und auf S40 für seine Budget-Linie Asha setzen, erklärte Elop. Er gibt sich zuversichtlich, dass Smartphones mit Windows Phone über kurz oder lang auch im Preis mit Android-Modellen mithalten können - zumindest im oberen Preisbereich.

Derzeit bieten Geräte wie das Samsung Galaxy S3, das HTC One X+ oder gerade auch das besonders billige Nexus 4 von Google deutlich mehr Ausstattung für den gleichen Preis als ein Nokia Lumia 920 oder Lumia 820. Am unteren Ende der Preisskala platziert Nokia seine Asha-Modelle mit Touchscreen als Alternative zu den Android-Smartphones.

Er kritisiert auch die Fragmentierung der Google-Plattform. Nokias Weg sei es nicht, die Bedienbarkeit von Smartphones für den Nutzer zu verkomplizieren, in dem man der verwendeten Plattform einen eigenen Anstrich gibt. Der finnische Hersteller setzt dagegen lieber auf zusätzliche Dienste und Innovationen bei der Hardware, um seine Telefone von den Geräten der Konkurrenz abzugrenzen, etwa Apps wie Nokia Here oder CityLens sowie die Kamera-Technologie Pureview.

Auf das Thema Problem der Kompatibilität von Windows-Phones mit den E-Mail-Konten von Google angesprochen, äußert er nach Angaben des IT-Blogs "TechCrunch" den Verdacht, dass der Suchmaschinenbetreiber versucht, "sein offenes Ökosystem in etwas zu verwandeln, das ein ordentliches Stück geschlossener ist als vorher".

Google hatte Ende vergangenen Jahres bekannt gegeben, das Exchange-ActivSync-Protokoll von Microsoft in Google Mail abzuschalten und empfiehlt statt dessen IMAP für die E-Mail-Synchronisation zwischen Smartphone und Internet sowie CalDAV und CardDAV für den Abgleich von Kalendereinträgen und Kontaktdaten. Windows Phone unterstützt jedoch weder CalDAV noch CardDAV.

Elop könnte damit auch auf die Google-Entscheidung anspielen, keine Apps für Windows Phone zu entwickeln oder das Nexus-Programm kräftig auszuweiten, wie im vergangenen Jahr geschehen. Möglicherweise ist auch der angebliche Streit mit dem Hersteller Acer gemeint, der Berichten zufolge zusammen mit der chinesischen Handelsplattform Alibaba eine Aliyun genannte, inkompatible Version von Android entwickelt hat.

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