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Lenovo enttäuscht die Analysten

27.01.2006
Die Übernahme von IBMs PC-Geschäft drückt die Rendite des chinesischen Anbieters im dritten Geschäftsquartal 2005/6.

Während die Gesamtumsätze im Rahmen der Erwartungen lagen, sei Lenovos Gewinn im Ende Dezember 2005 abgelaufenen Dreimonatszeitraum ausgesprochen schwach ausgefallen, kommentierte Tien Yu Sieh, Finanzanalyst bei Merrill Lynch in Hongkong, die Ergebnisse. Erfreulicherweise seien die Manager jedoch bereits dabei, die Kernprobleme des Unternehmen - zu hohe Betriebskosten, eine unvollständige Produktpalette sowie eine zu geringe Präsenz im Mittelstand - zu beheben.

Lenovo konnte seinen Umsatz im dritten Geschäftsquartal 2005/6 dank der Übernahme von IBMs PC-Sparte im Mai gegenüber dem Vorjahr zwar um 392 Prozent auf 31,1 Milliarden Hongkong-Dollar (HKD, umgerechnet rund vier Milliarden US-Dollar) steigern, Analysten hatten im Mittel jedoch mit deutlich höheren Einnahmen gerechnet. Die frühere IBM-Sparte erwirtschaftete mit rund 2,51 Milliarden Dollar etwa zwei Drittel der Gesamterlöse - knapp eine halbe Milliarden Dollar weniger als im Vorjahresquartal.

Auch der Nettogewinn fiel mit einem Plus von zwölf Prozent auf 365 Millionen HKD (etwa 47 Millionen Dollar) enttäuschend aus. Hier hatten die Finanzexperten im Schnitt einen Überschuss von 459 Millionen HKD erwartet. Laut Lenovo-Chairman Yuan Yanqink schrieb das ehemalige IBM-Geschäft erneut schwarze Zahlen. Er machte jedoch keinen Hehl daraus, dass Kostenstruktur und Produktportfolio derzeit noch zu wünschen ließen. "In diesem Geschäft müssen wir in punkto operative Effizienz ganz vorne liegen", fügte der von Dell abgeworbene neue Lenovo-CEO William Amelio hinzu. Bei genauer Betrachtung verfüge die Company jedoch über hervorragende Chancen für die Zukunft. (mb)