Tetra-Bündelfunk unsicher

Lebenszeichen vom Digitalen Polizeifunk

Johannes Klostermeier ist ein freier Journalist aus Berlin. Zu seinen Spezialgebieten zählen unter anderem die Bereiche Public IT, Telekommunikation und Social Media. Auf cio.de schreibt er über CIO Auf- und Aussteiger.
In den Bundesländern geht der Aufbau des digitalen Polizeifunks voran. Aus einem "Digitalfunk-Baukasten" heraus können flexible Lösungen aufgebaut werden, die die Abhörsicherheit auf dem kompletten Übertragungsweg garantieren sollen.
Leitstelle des Polizeifunks heute.
Leitstelle des Polizeifunks heute.

Die meisten Bundesländer haben den Aufbau des Digitalfunks für die deutschen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) gestartet. Das meldet der IT-Dienstleister T-Systems, der eigenen Angaben zufolge an den Regionalnetzen maßgeblich beteiligt ist. An Projekten in zehn Bundesländern, darunter Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland- Pfalz, Saarland und Thüringen, arbeiten Mitarbeiter der Deutsche-Telekom-Tochter mit.

Das Unternehmen stellt den Ländern ein selbst entwickeltes „flexibles Lösungs- und Dienstleistungsangebot für den digitalen Polizeifunk“ bereit, mit dem die von den Ländern benötigten Sicherheitsnetze für den Anschluss der Funkstationen betrieben werden können. Dazu kommen alle nötigen Bausteine, damit die Leitstellen eine abhörsichere Übertragung zu den Einsatzkräften herstellen können. Neben der Polizei wollen künftig auch Feuerwehren, Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk und andere Organisationen die digitale Funktechnik nutzen.

Während der Bund das zentrale Verbindungsnetz für den Digitalfunk der Sicherheitsbehörden errichtet, sind die einzelnen Länder für den Aufbau der Infrastruktur in ihrem Gebiet selbst verantwortlich. Aus einem Digitalfunk-Baukasten können die Länder von der Telekom an die Anforderungen des Digitalfunknetzes angepasste Festnetzverbindungen mieten, die die über das Land verteilten Sendestationen an das zentrale Verbindungsnetz des Bundes anschließen. In abgelegenen Regionen bieten sich als Alternative auch Richtfunkstrecken an.

Auf Wunsch können die Bundesländer auch Hilfe beim Errichten und beim Betrieb der Kontrollzentren erhalten. Diese steuern den Betrieb der Netze sowie weitere Funktionen. Beispielsweise verwalten sie die Nutzer, stellen Anwendungen bereit, ermöglichen eine Fernwartung oder speichern Daten der verschiedenen Systeme in einer zentralen Datenbank. Teilweise sind solche Funktionen in einigen Bundesländern allerdings bereits vorhanden. Deshalb gibt es hier ein modulares Digitalfunk-Management-System, aus dem die Länder nur einzelne Komponenten hinzukaufen.

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