IT intim - Die Sorgen der CIOs

Längerfristig sehen wir eine Private Cloud

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Unter den Länder-CIOs sind Sie offenbar der aktivste. Wie kommt das?
Horst Westerfeld, CIO des Landes Hessen
Horst Westerfeld, CIO des Landes Hessen
Foto: Joachim Wendler

Zum einen sind wir unter den CIOs der öffentlichen Verwaltungen ein Team, das sich in vielen Kompetenzen hervorragend ergänzt. Zum anderen teile ich die Ansicht unseres Ministerpräsidenten, dass auch ein Land wie ein Konzern geführt werden muss.

Der Kostendruck, den früher nur die Industrie spürte, hat nun die öffentliche Verwaltung erreicht - und damit auch deren IT. In der Vergangenheit waren die IT-Kosten für die Verwaltungen ein Thema von untergeordneter Bedeutung. So kam es, dass viele Länder nicht nur ein eigenes Rechenzentrum, sondern häufig sogar drei oder vier betrieben haben oder noch betreiben. Insgesamt gibt es in der Öffentlichen Verwaltung in Deutschland heute noch rund 400 Rechenzentren, die in der Regel unter der kritische Größe liegen. Dort laufen etwa 12.000 unterschiedliche Applikationen, von denen viele dieselben Funktionen abbilden. Das jährliche IT-Budget beträgt in Deutschland etwa18 Milliarden Euro. In diesem Bereich schlummert ein großes Potenzial; kurzfristig ließe sich das IT-Budget wohl um zwei Milliarden Euro entlasten.

Diese Effizienzpotenziale werden auch gehoben werden müssen, denn ab 2020 dürfen die Länder keine neuen Schulden mehr machen. Steuererhöhungen zum Weiterbetrieb einer verbesserungsfähigen IT-Landschaft sind sicher nicht denkbar. Zudem haben Bund und Länder nach Paragraf 91c des Grundgesetzes den verfassungsmäßigen Auftrag, Synergiepotenziale in der IT zu suchen und auszuschöpfen.

Inhalt dieses Artikels