Telekom

Kundengewinnung geht bei T-Mobile USA ins Geld

26.02.2014
Nach einer Durststrecke macht der US-Markt der Deutschen Telekom wieder Freude. Ihre dortige Tochter T-Mobile US gewinnt zahlreiche neue Kunden. Nur beim Geldverdienen hapert es.

Bellevue (dpa) - Die Deutsche Telekom schnappt in den Vereinigten Staaten mit neuen Tarifen den Rivalen die Handykunden weg. Allerdings ging das Werben um die Kundschaft sowie der Ausbau des Netzes zuletzt kräftig ins Geld. Im Schlussquartal verdoppelte sich der Verlust der amerikanischen Tochter T-Mobile US im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf unterm Strich 20 Millionen Dollar (15 Mio Euro), wie die selbst börsennotierte Gesellschaft am Dienstag in Bellevue im Bundesstaat Washington mitteilte. Die Aktie fiel im frühen Handel um 2 Prozent.

Die Tochter hatte alleine im Schlussquartal mehr als 1,6 Millionen Kunden hinzugewonnen. 869 000 davon schlossen feste Verträge bei T-Mobile US ab. Das sei der höchste Zuwachs sei acht Jahren, erklärte das Unternehmen. Für Firmenchef John Legere war dies der Beweis, dass "unsere Strategie stimmt und wir sie gut umsetzen". Er erwartet in diesem Jahr zwischen 2 und 3 Millionen weitere neue Vertragskunden.

Die Telekom-Tochter war im Mai mit dem Wettbewerber MetroPCS fusioniert, um Löcher im Netz zu stopfen und besser mit den größeren US-Mobilfunkanbietern konkurrieren zu können. Anschließend buhlte die Gesellschaft mit neuen, vereinfachten Tarifen aggressiv um Kunden. Das Unternehmen schaffte die sonst üblichen Zuschüsse beim Handykauf ab und senkte im Gegenzug die Gebühren im In- und Ausland. T-Mobile US kaufte sogar Kunden aus laufenden Verträgen bei anderen Anbietern heraus.

Bis zur Neuaufstellung hatte T-Mobile US noch unter einer Abwanderung gelitten. Das vergangene Jahr brachte die Wende mit 4,4 Millionen neuen Kunden. Zum Jahreswechsel kam die Telekom-Tochter damit auf 46,7 Millionen Kunden. Der Quartalsumsatz stieg durch die Fusion um 39 Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar (4,9 Mrd Euro). Die Kundenzahlen hatte T-Mobile US bereits im Januar mitgeteilt.

Die Telekom hält noch rund zwei Drittel der Anteile an der Tochter. Immer wieder kommen aber Spekulationen auf, es gebe Interesse vom japanischen Kommunikationskonzern Softbank, der in den USA bereits den drittgrößten Mobilfunker Sprint besitzt und zusammen mit T-Mobile US den Angriff auf die zwei Branchenschwergewichte Verizon Wireless und AT&T starten könnte. Bereits 2011 hatte die Telekom versucht, die Tochter an AT&T zu verkaufen, was aber am Veto der Wettbewerbshüter gescheitert war.

Inhalt dieses Artikels