Der Führungstipp

Kritik an der Person ist tabu

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
"Ich habe einen tüchtigen Mitarbeiter. Doch er macht viele Flüchtigkeitsfehler. Auf entsprechende Hinweise reagiert er sehr sensibel. Wie kann ich ihn kritisieren, ohne dass er sich vor den Kopf gestoßen fühlt?"

Julia Voss, Geschäftsführerin Voss+Partner, Hamburg, antwortet: "Äußern Sie Ihre Kritik nicht spontan, wenn es nicht wirklich nötig ist. Sonst fühlt sich Ihr Mitarbeiter, gerade weil es anscheinend eher um Kleinigkeiten geht, schnell gegängelt und schikaniert. Sammeln Sie lieber die Punkte, die Ihnen an der Arbeit Ihres Mitarbeiters negativ auffallen, und besprechen Sie diese mit ihm zum Beispiel alle vier Wochen in einem Vier-Augen-Gespräch.

Julia Voss, Geschäftsführerin Voss+Partner: "Mitarbeiter darf man nie vor Kollegen kritisieren."
Julia Voss, Geschäftsführerin Voss+Partner: "Mitarbeiter darf man nie vor Kollegen kritisieren."
Foto: Julia Voss

Denn eines sollten Sie nie tun: Mitarbeiter vor Kollegen kritisieren. Beginnen Sie, wenn möglich, die Gespräche mit etwas Positivem. Zum Beispiel, indem Sie den Mitarbeiter für seinen Einsatz loben. Vermeiden Sie im Gespräch Wörter wie "müssen" und "sollen". Benutzen Sie stattdessen Formulierungen wie: "Ich würde es begrüßen..." oder "Sie wären noch erfolgreicher...". Achten Sie stets darauf, dass Sie nie die Person, sondern nur ihr Verhalten kritisieren. Werfen Sie dem Mitarbeiter also nicht vor, er sei schlampig, sondern sagen Sie ihm, dass er die Aufträge ordentlicher bearbeiten könnte. Geben Sie dem Mitarbeiter zudem, sofern möglich, stets konkrete Hinweise, wie er sein Verhalten verbessern kann. Sagen Sie zum Beispiel nicht ,Ihre Verkaufsgespräche sind schlecht`, sondern sagen Sie ,Schauen Sie die Kunden beim Begrüßen an` oder ,Geben Sie ihnen Tipps, wie sie ihre Daten besser sichern können`. Dann kann der Mitarbeiter sein Verhalten auch verbessern."

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