Datenspionage

Klau von Unternehmensdaten ist salonfähig

26.04.2011
Ima Buxton arbeitet als freie Redakteurin in München. Sie schreibt schwerpunktmäßig zu Strategie- und Trendthemen.
Anzeige  Unternehmen informieren sich immer selbstverständlicher mittels Spionage über ihre Wettbewerber. Die US-Amerikaner halten sich beim Datenklau gegenüber Mitarbeitern in den EMEA-Staaten deutlich mehr zurück - oder sind nur die unehrlicheren Studienteilnehmer.
Foto: ArTo/Fotolia

Die unternehmensinterne Spionage stellt nach Ansicht von Führungskräften neben der Cyber-Spionage und so genannten APT-Attacken (Advanced Persitant Threat, wiederholte Attacken mittels fortschrittlicher Tools) eine der größten Gefahren für die IT-Sicherheit dar. 16 Prozent der Führungskräfte hegen den Verdacht, ihre eigenen Mitarbeiter verübten im Unternehmen Sabotage. Das ergab eine Umfrage des Sicherheitsspezialisten Cyber-Ark im Frühjahr 2011 unter 1.422 IT- und C-Level-Managern in Nordamerika und EMEA. Die jährlich erhobene Studie "Trust, Security and Passwords" schloss erstmals die Befragung von Mitgliedern der Vorstandsebene in Unternehmen ein. Danach sind weitere 16 Prozent der Meinung, Wettbewerber würden sensible Unternehmensdaten wie Kundenlisten, Produktinformationen oder Marketingpläne aus internen Quellen beziehen.

Europäer sind die größeren Langfinger

Dass das Auskundschaften fremder Unternehmensdaten inzwischen offenbar zu den legitimen, wenn auch nicht legalen Mitteln der Informationsbeschaffung gehört, legen Studien immer wieder nahe. Dennoch verblüfft die hohe Bereitschaft zur Datenspionage der aktuellen Studie aufs Neue: 28 Prozent der Befragten aus Nordamerika und 44 Prozent aus der EMEA-Region geben an, selbst schon einmal Daten ausspioniert zu haben. 20 Prozent der nordamerikanischen und 31 Prozent der EMEA-Befragten haben sich überdies über einen administrativen Account schon Zugriff auf nicht für sie bestimmte Informationen verschafft.

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