iOS 18

KI für Siri, Apple Music, Xcode und mehr

24.10.2023
Von 
Halyna Kubiv ist Content Managerin bei der Macwelt.
Apple arbeitet zwar an künstlicher Intelligenz, doch der Start von Chat-GPT hat die Verantwortlichen in Cupertino kalt erwischt.
Apple Siri wirkt im Vergleich zu Bard, ChatGPT & Co. doch recht altbacken. Wird sich das mit iOS 18 ändern?
Apple Siri wirkt im Vergleich zu Bard, ChatGPT & Co. doch recht altbacken. Wird sich das mit iOS 18 ändern?
Foto: Tada Images - shutterstock.com

Tim Cook hat zuletzt versichert, dass Apple schon seit Jahren an künstlicher Intelligenz forscht, auch generative KI ist ein Aspekt davon. Doch Chat-GPT und vergleichbare Tools haben Apple kalt erwischt - zu groß der Erfolg und zu spektakulär die Ergebnisse für die Endnutzer und -nutzerinnen, berichtet Mark Gurman in seinem letzten Newsletter.

Siri, vor knapp einer Dekade ein Begriff der intelligenten Assistenz auf dem Smartphone etabliert, sieht nun im Vergleich mit LLM-basierten Tools (Large Language Models) recht altbacken aus. Um diese Lücke zu schließen, arbeitet Apple jetzt dran, die Funktionen von generativen KI in mehrere Apps zu integrieren. Laut Gurman werden erste Ergebnisse bereits mit iOS 18 sichtbar.

"Apple-GPT" bereits in Arbeit

Demnach sei erster Apples Antwort-Bot namens "Apple-GPT" bereits in der Entwicklung, die Entwickler evaluieren seine Möglichkeiten gegenüber der Konkurrenz und wie diese in konkreten Produkten eingesetzt werden können. Apple investiert aktuell rund eine Milliarde US-Dollar in das Projekt.

Apples Vizepräsident John Giannandrea, den Cupertino 2018 von Google abgeworben hat, leitet die Entwicklung der Hintergrund-Technologie, die nächstes Jahr in Siri implementiert werden kann, Craig Federighi und sein Team sind für die Integration in die nächste Version von iOS verantwortlich und Eddy Cue sorgt dafür, dass die neue Technologie in so viele Apps Einzug halten kann, wie nur möglich.

Siri liegt hier auf der Hand, aber auch iMessage kann von diesem System profitieren, indem Autokorrektur- und Autovervollständigungsfunktionen noch genauer werden. Bei Apple Music ist es denkbar, dass der Mechanismus eigene Playlists erstellt, wie bei Spotify aktuell möglich. Xcode, genauer genommen die iOS-Entwickler, werden vom neuen Tool profitieren, da sie Code schneller und fehlerfreier schreiben können.

Auch der Einsatz bei Pages, Keynote und Numbers sei demnach möglich: Bei Keynote kann Apple-GPT Folien fast automatisch erstellen, bei Pages den Text zumindest in der ersten Revision formulieren. Auch für Apple Care testen die Verantwortlichen die Einsatzgebiete.

Apple ist intern noch unschlüssig, auf welchen Beinen Apple-GPT aufgestellt werden soll. Ein intelligentes Modell komplett auf dem iPhone oder Mac wird Apples Prinzipien vom Datenschutz und Privatsphäre entsprechen, ein Cloud-Modell kann die Funktionalität erweitern. Es ist möglich, dass Apple wie bei Siri einen hybriden Ansatz verfolgt: Die Grundfunktionen sollen auf dem Gerät durchgeführt werden, anspruchsvollere werden in der Cloud erledigt. (Macwelt)