Karriere-Ratgeber

Kaum Offerten für Berater in Teilzeit

15.01.2013
Eine SAP-Beraterin will Teilzeit arbeiten, ein SAP-Entwickler will weniger programmieren und ein Informatiker sucht das richtige Master-Studium. Erste Antworten auf ihre Fragen fanden sie in unserem Online-Karriere-Ratgeber.

Eine auf den Bereich FICO spezialisierte SAP-Beraterin möchte künftig nur noch 60 Prozent arbeiten. Im Online-Karriereforum fragt sie, ob dieser Wunsch umzusetzen ist oder ob sie sich nach einer anderen Tätigkeit umschauen muss. „Kennen Sie Alternativen, bei denen ich meine Qualifikationen einsetzen kann?“

Personalberater Raimund Mrugalla (links) und Andy Beyer.
Personalberater Raimund Mrugalla (links) und Andy Beyer.
Foto: HSC

Raimund Mrugalla, Personalberater bei HSC, antwortet: „Es wird nicht einfach, in der klassischen SAP-Beratung und bei gleichzeitigem Unternehmenswechsel (mit entsprechender Einarbeitungsphase) eine Teilzeit-Position zu finden. Hier machen Teilzeitstellen nur einen relativ geringen Anteil der ausgeschriebenen Vakanzen aus. Gleichwohl bieten viele Unternehmen interessante Arbeitszeitmodelle, die man sich im Detail anschauen muss. Dabei kommt es auch auf Ihre Präferenzen an, ob Sie generell weniger Stunden pro Tag oder nur an bestimmten Wochentagen arbeiten wollen. An erster Stelle würde ich beim jetzigen Arbeitgeber die Möglichkeit einer Reduzierung der Arbeitszeit abklären. Vielleicht wären für Sie aber auch Positionen als Inhouse-Beraterin denkbar oder auch eine freiberufliche Tätigkeit (mit allen Vor-/Nachteilen, die diese Option bietet). Eine weitere Möglichkeit bietet eine Anstellung als SAP-Expertin in der IT-Abteilung oder dem Rechnungswesen/Controlling eines Unternehmens (z.B. einer Bank). Allerdings ist hier der Anteil der Support-Tätigkeiten wahrscheinlich höher ist als der der Projektarbeit.

Vom SAP-Entwickler zum Requirement Engineer?

Ein SAP-Entwickler mit neunjähriger Berufserfahrung hat ein Jobangebot als Requirement Engineer. Die Stelle ist jedoch nicht im SAP-Umfeld angesiedelt. Nun fragt er, ob das der richtige Schritt ist, da er sich langsam von der Entwicklung lösen will.

Personalberater Mrugalla rät: „Wenn Sie bei der neuen Position ein gutes Gefühl haben, spricht nichts dagegen, den Schritt zu wagen. Ich möchte aber darauf aufmerksam machen, dass Sie durch die Erfahrungen von über neun Jahren in der SAP-Entwicklung über einen gewissen Marktwert verfügen. Wenn Sie in Ihrer neuen Position als Requirement Engineer ein adäquates Gehalt erzielen können, spricht auch aus finanzieller Sicht nichts gegen die neue Position. Natürlich sollte man seine berufliche Karriereplanung nicht nur von finanziellen Aspekten abhängig machen. Wichtig ist, dass Sie in der neuen Aufgabe eine langfristige und interessante Perspektive für sich sehen.“


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