Ratgeber Karriere

Jobchancen im neuen Jahr

Karriereratgeber 2015/16 – Ralf Grohmann

Johannes Königes ist freier Autor in München.
Vom 24. Dezember 2015 bis 13. Januar 2016 beantwortet der Personalprofi Ralf Grohmann Fragen zu den Jobaussichten in der IT-Industrie im neuen Jahr.

Wer die Zeit über Weihnachten und Neujahr für seine Karriereplanung nutzen möchte, kann sich im Karriereratgeber versierten und kostenlosen Rat holen: Ab 23. Dezember 2015 betreut Personalberater Ralf Grohmann das CW-Karriereforum.

Ralf Grohmann arbeitet bei der Personalberatung HSC.
Ralf Grohmann arbeitet bei der Personalberatung HSC.
Foto: HSC

Ralf Grohmann ist Informatiker und leitet das Stuttgarter Büro der Personalberatung HSC, die auch Partner der CW im Karrierezentrum auf der CeBIT ist. Bevor Grohmann in das Geschäft mit der Vermittlung von IT-Fach- und Führungspersonal wechselte, bekleidete er mehrere Führungsfunktionen in der IT-Industrie.

Grohmann begann seine Karriere als Architekt und Projektleiter bei IBM und stieg bis zum Hauptabteilungsleiter und Business Unit Executive auf. Danach arbeitete er als CTO in einem schwäbischen Softwarehaus und Geschäftsführer eines mittelständischen IT-Dienstleisters.

Hier können Sie Ihre Fragen zu Bewerbung, Karriere und Gehaltsperspektiven stellen:

 

Ralf Grohmann

Sehr geehrter Herr Samuel O.,

in Ihrer Frage sprechen Sie das wichtige Thema der richtigen Balance zwischen Ausbildung und praktischer Erfahrung an.

Eine fundierte Ausbildung mindestens auf Bachelor-Niveau ist heutzutage wieder ein wichtiges Einstiegskritierum. Der Master ist nicht Pflicht, jedoch hilfreich, insbesondere wenn man nicht mehr zu den ganz jungen Berufseinsteigern gehört.

Praktische Erfahrungen sind jedoch noch wichtiger. Sie schreiben nicht, ob Sie zwischen Abitur und Beginn Ihres Studiums bereits berufliche Erfahrungen sammeln konnten die relevant sind. Auf jeden Fall rate ich Ihnen, parallel zu Ihrem angestrebten Master unbedingt praktische Erfahrungen im Rahmen von Praktika oder einer Werkstudenten-Tätigkeit zu sammeln, möglichst in dem von Ihnen angestrebten Themengebiet. Das Zertifikat von der Universität kann den Einstieg erleichtern, ist jedoch keinesfalls ein Ersatz dafür, in der Industrie konkrete Projekt- und Arbeitserfahrungen vorweisen zu können. Sammeln Sie möglichst viele weitere Erfahrungen im von Ihnen angestrebten Umfeld, Sie könnten auch zusätzlich Online-Kurse zum Thema absolvieren - z.B. das OpenHPI Institut in Potsdam von Herrn Plattner, einem der SAP-Gründer, bietet unter anderem auch das Thema In-Memory Datenbanken an.

Eine weitere Überlegung möchte ich Ihnen noch mit auf den Weg geben: Warum nicht Berufseinstieg und Master-Studium kombinieren? Einige Firmen bieten an, ihre Mitarbeitern bei einem Master-Studiengang zu unterstützen. Insofern könnten Sie sich nach Ihrem Bachelor direkt bewerben, und nach erfolgter Einarbeitung den Master neben dem Beruf, eventuell unter Reduzierung der Arbeitszeit, zu absolvieren. Eventuell dauert dann die Erreichung des Master-Grades etwas länger, aber das ist es meiner Meinung nach auf jeden Fall Wert.

Ich wünsche Ihnen auf Ihrem weiteren Weg viel Erfolg.

Mit freundlichem Gruß,

Ralf Grohmann

Samuel O.

Sehr geehrter Herr Grohmann,

ich studiere derzeit im letzten Semester Wirtschaftsinformatik BA und möchte mich langfristig auf SAP Hana bzw. SAP BW on Hana spezialisieren. Allerdings werde ich den Master auch anschließen.
Welche Qualifikationen sollte Ihrer Ansicht nach ein Absolvent mit sich bringen, um in dem zwar sehr gefragten, aber leider auch sehr hart umkämpften, Gebiet, Fuß zu fassen?
Ich habe bisher keine Praktika absolvieren können.

Ich bedanke im Voraus für Ihre Vorschläge.

Mit freundlichen Grüßen
Samuel

Ralf Grohmann

Sehr geehrter Herr Rainer,

leider ist es heutzutage recht normal, dass man als Bewerber nur allgemeine Gründe für eine Absage genannt bekommt. Insofern können Sie in einer solchen Situation nur selbst überlegen, was Sie für eine nächste Bewerbung noch weiter verbessern könnten.

Zu Ihrer Frage: Der aktuelle Beschäftigungsstatus fließt natürlich in die Bewertung eines Bewerbers mit ein. Wenn Sie sich nicht aus einem bestehenden Anstellungsverhältnis heraus bewerben ist es wichtig, eine gute Begründung dafür mitzuliefern.
Etwas zu verschweigen hilft nicht, denn dies wird spätestens bei einem Interview nachgefragt werden - wenn es überhaupt dazu kommt.
Auch wenn Sie sich aus einer laufenden Probezeit bewerben ist es wichtig, eine Begründung dafür gleich im Anschreiben mitzuliefern, denn das ist ja ein unüblicher Zeitpunkt für eine Bewerbung.
Da die Mitarbeitersuche und anschließende Einarbeitung bei jeder Firma einiges an Aufwand verursacht, versucht die Personalabteilung natürlich festzustellen, ob Sie für die Firma auch dauerhaft arbeiten können und wollen. Wenn Sie also vorher öfter gewechselt haben, ist dies, wie Sie richtig vermuten, ein Negativpunkt. Nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" empfehle ich dann, die Wechselgründe entsprechend zu kommentieren. Es gibt ja einige positive Gründe, vielleicht haben Sie z.B. gewechselt, um Ihre Erfahrungen zu verbreitern, oder hat sich ihre Lebensplanung geändert?

Ich hoffe, ich konnte hiermit einige Gedanken zur geschilderten Situation beitragen und wünsche Ihnen bei der weiteren Suche viel Erfolg.

Mit freundlichem Gruß,

Ralf Grohmann

Rainer

Sehr geehrter Herr Grohmann,
zunächst möchte ich mich kurz
vorstellen. ich bin 39, erfahrener Professionel im Bereich
Administration vor einiger Zeit freigestellt worden.
Seit kurzem bin
ich wieder beruflich aktiv und befinde mich in der Probezeit.
Allerdings entspricht die neue Stelle nicht ganz den Vorstellungen,
deswegen habe ich mich bereits anderweitig beworben und Absagen
erhalten. Per telefonischer Nachfrage wurden nur allgemeine Gründe
genannt, ich könnte mir allerdings vorstellen, das häufig wechselnde
Bewerber nicht so gerne gesehen werden.
Inwieweit bewerten Ihrer
Ansicht nach die Personalchefs wenn man sich als Bewerber in der
Probezeit, unbefristet oder gar ohne Arbeit befindet ?

Vielen Dank
Rainer

Ralf Grohmann

Werte Leser*Innen der Computerwoche,

ich freue mich, Ihnen in den nächsten Wochen hier für Fragen zum Berufseinstieg oder auch zu einer Veränderung im Berufsleben zur Verfügung zu stehen. Die Zeit zwischen den Jahren nutzen ja viele, zurückzublicken und ihre aktuelle Situation zu beleuchten. Gerne beantworte ich Ihre Fragen, die bei diesen Überlegungen auftauchen und hoffe, dass meine Kommentare hilfreich sind. Auch hier gilt - es gibt keine dummen Fragen, bitte zögern Sie daher nicht, etwas einzustellen.

Auf eine gute Diskussion.

Ihr Ralf Grohmann

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