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Kalifornischer Richter schmettert Klage gegen IBM wegen Giftskandal ab

24.06.2004

Ein kalifornischer Richter hat rund 50 Klagen abgeschmettert, die ehemalige IBM-Mitarbeiter gegen Big Blue angestrengt hatten. Sie argumentierten, dass der Konzern in seiner Halbleiterfertigung giftige Stoffe eingesetzt habe, die bei ihnen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen bis hin zu Krebserkrankungen geführt hätten.

Ein IBM-Sprecher sagte, mit den nunmehr niedergeschlagenen Fällen seien alle gegen IBM im Bundesstaat Kalifornien anhängigen Verfahren in der Sache erledigt. Bei den Gerichtsgängen handelte es sich um ein in den USA gängiges Sammelklageverfahren. Bei diesem kann sich eine Vielzahl von Klägern in einer Sache zu einer einzigen Klage verbinden. Der IBM-Sprecher machte keine Angaben dazu, ob sich die Parteien in irgendeiner Weise geeinigt hätten.

Experten hatten schon früher gewarnt, es könnte für die Kläger schwer werden, ihre Ansprüche gegen die IBM in Kalifornien durchzusetzen. Nach kalifornischem Recht muss der Kläger nämlich nicht nur beweisen, dass die Arbeitsplatzverhältnisse bei Big Blue Schuld tragen an den gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Vielmehr müssten sie auch belegen, dass das Unternehmen sie wissentlich im Unklaren über die Gefährdungen gelassen habe.

Neben den Klagen in Kalifornien sieht sich IBM mit rund 100 weiteren Verfahren im Bundesstaat New York konfrontiert. Die meisten der Chemikalien, die in den Prozessen zur Rede stehen, werden mittlerweile in der Halbleiterindustrie nicht mehr eingesetzt. Diese hat zudem immer betont, dass die in der Branche tätigen Unternehmen alles getan hätten, um die gesundheitliche Gefährdung von Mitarbeitern zu verhindern, die mit giftigen Stoffen in Berührung kommen. Nichtsdestotrotz hat die Industrievertretung Semiconductor Industry Association (SIA) bereits im März 2004 bekannt gegeben, sie werde eine weit reichende Untersuchung zum Krebsrisiko durch den Einsatz von gesundheitsgefährdende Stoffen in der Halbleiterproduktion finanzieren. (jm)