Dividendenzahlung fraglich

Kabel Deutschland senkt Umsatzprognose

10.10.2013
Die Aktionäre von Kabel Deutschland gucken unter Umständen bei der Dividendenzahlung für das laufende Geschäftsjahr in die Röhre.

Im Zuge der Übernahme durch den Mobilfunkkonzern Vodafone entstünden außerplanmäßige Aufwendungen in Höhe von etwa 205 Millionen Euro, die den Jahresüberschuss belasteten, teilte Kabel Deutschland am Mittwochabend mit. Zumeist handele es sich dabei um Abschreibungen steuerlicher Verlustvorträge, die nicht mehr steuermindernd genutzt werden können. Hinzu kämen Transaktionskosten und Aufwendungen für die Refinanzierung. Einen Ausblick auf die Dividende könne derzeit nicht gegeben werden, hieß es. Darüber werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Im Vorjahr hatte das Unternehmen einen Nettogewinn von 247 Millionen Euro erzielt und eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie angekündigt.

Die Zentrale von Kabel Deutschland in Unterföhring bei München
Die Zentrale von Kabel Deutschland in Unterföhring bei München
Foto: Kabel Deutschland

Zugleich senkte Kabel Deutschland die Umsatzprognose für das Ende März auslaufende Geschäftsjahr 2013/14. Bereinigt um die Einspeiseentgelte der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten soll der Umsatz nun nur noch um fünf bis sechsProzent wachsen und nicht mehr wie ursprünglich geplant um acht Prozent.

Im zweiten Geschäftsquartal stieg der Umsatz bereinigt um die im Vorjahr verbuchten Einspeiseentgelte der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten um 5,7 Prozent zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 471 Millionen Euro. Im ersten Quartal hatten die Erlöse noch um sieben Millionen Euro niedriger gelegen.

Börsianer zeigten sich etwas enttäuscht: Im nachbörslichen Handel bei Lang & Schwarz sanken die Titel von Kabel Deutschland um gut ein Prozent im Vergleich zum Schlusskurs des Xetra-Hauptgeschäfts.

Vor wenigen Wochen hatte die EU-Kommission grünes Licht für die Übernahme von Kabel Deutschland durch den britischen Mobilfunkriesen Vodafone gegeben. Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum hatte unmittelbar nach der Brüsseler Entscheidung angekündigt, gemeinsam würden die Unternehmen "bald Festnetz, Mobilfunk, Breitband und Fernsehen aus einer Hand" anbieten. Damit schaffe Vodafone eine "am Markt einzigartige Angebotspalette". Damit greifen die Briten den bisherigen Platzhirschen Deutsche Telekom massiv an. (dpa/tc)