Webseitenbaukasten

Jimdo ab sofort auch als App

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Das Motto der Hamburger Firma Jimdo lautet "Pages to the people". Und weil die Leute inzwischen immer öfter ein Tablet oder Smartphone benutzen, gibt es Jimdo jetzt auch als App.

Mit dem Launch einer nativen, universalen App für iPhone und iPad vervollständigt der Webseitenbaukasten Jimdo sein Produkt. Jimdo-Webseitenbesitzer sind damit nicht länger an den heimischen Rechner oder Laptop gebunden. Die neue Jimdo-App ermöglicht das Einrichten oder Bearbeiten von Webseiten nun auch von unterwegs und gibt dem Nutzer die Freiheit, jederzeit und überall seine Ideen auf seiner Webseite festzuhalten.

Etwa 20 Prozent des gesamten Traffics auf Jimdo-Webseiten entsteht einer Mitteilung zufolge bereits durch Seitenaufrufe über Smartphone-Browser, sieben Prozent kommt über Tablets. Deswegen war die Entwicklung einer mobilen App aus Sicht von Jimdo-Mitgründer Fridtjof Detzner der nächste logische Schritt: "Die Desktop-Version von Jimdo ist bereits sehr stark - mit einer App bringen wir unser Produkt jedoch nochmals einen großen Schritt vorwärts." Mit der App erfülle Jimdo auch einen Wunsch seiner Nutzer - etwa 250.000 der Jimdo-Webseitenbesitzer versuchten sogar bereits, sich über ihren Smartphone- oder Tablet-Browser in ihre Webseite einzuloggen, um diese zu bearbeiten.

Jimdo hofft aber natürlich auch, sich über die neue iOS-App ganz neue Nutzer zu erschließen, wie Gründerkollege Matthias Henze im Gespräch mit der COMPUTERWOCHE erklärte. Für die funktionale Weiterentwicklung der App wolle Jimdo, so wie es das auch bisher schon getan hat, vor allem auf die Wünsche seiner Nutzer hören, sagt Henze. Eine Android-Variante sei ebenfalls in Arbeit.

Der volle Funktionsumfang der Browser-Version steht auf dem iPhone oder iPad natürlich nicht zur Verfügung. Neue Nutzer können aber mit wenigen Klicks ihre Jimdo-Webseite einrichten; dabei stehen fünf Designvarianten zur Auswahl. Danach kann man mit der App Texte und Bilder jederzeit hinzufügen oder aktualisieren (dazu werden die entsprechenden Inhalte einfach angetippt), die Seitenstruktur ändern oder einen Blick auf die Statistiken werfen. Das funktioniert dann mit jeder der mehr als acht Millionen Seiten, die Jimdo-Nutzer bislang ins Netz gestellt haben.

Die Jimdo-App steht kostenlos im iTunes-Store und setzt iOS 6 voraus. An iOS 7 soll sie bei Verfügbarkeit angepasst werden.

Der Jimdo-Chefkoch (ja, die haben einen) kann nun die Speisenkarte für die Mitarbeiter einfach am iPad in der Küche pflegen.
Der Jimdo-Chefkoch (ja, die haben einen) kann nun die Speisenkarte für die Mitarbeiter einfach am iPad in der Küche pflegen.
Foto: Jimdo

Detzner, Henze und Kompagnon Christian Springub haben Jimdo im Frühjahr 2007 gegründet und einen für jedermann geeigneten kostenlosen Webseitenbaukasten entwickelt (eine ältere Version davon bildet übrigens auch die Grundlage für das entsprechende Produkt von 1&1, das zwischenzeitlich bei den Hamburgern eingestiegen war). Jimdo unterstützt inzwischen zwölf Sprachen und Features wie Blogs, Einbindung von Flickr-Galerien und YouTube-Clips; sogar das Einrichten eines Online-Shops ist möglich. Die Basisfunktionen sind kostenlos, im Abonnement kann man zusätzliche Features dazubuchen ("Freemium-Modell").

Das Hamburger Startup setzt auf Nachhaltigkeit und wurde darob unlängst sogar vom "Economist" porträtiert. Matthias Henze können Besucher des COMPUTERWOCHE-Events "Best in Cloud" demnächst als Speaker erleben.