IT-Netzwerke für Frauen

IT-Netzwerke für Frauen

Ingrid Weidner arbeitet als freie Journalistin ín München.
Zum Diskutieren und Geschäfte anbahnen eignen sich Netzwerke hervorragend. Höchste Zeit also, dass auch Frauen diese Chancen besser nutzen.
Foto: Julien Eichinger/Fotolia.com

Die Idee eines Netzwerks für IT-Managerinnen trug Simone Funke schon länger mit sich herum. In der männerdominierten IT-Welt fehlte ihr ein Forum, das erfolgreiche Frauen in der IT-Branche nutzen können, um fachliche Argumente unter Gleichgesinnten auszutauschen und über Trends zu diskutieren. 2011 war es dann so weit: "CIO(f) - Frauen im IT-Management" wurde aus der Taufe gehoben. CIO(f) versteht sich als loses Netzwerk ohne Mitgliedsbeitrag, Insignien der Macht oder Vereinsdünkel, dafür mit zwei jeweils eintägigen Veranstaltungen pro Jahr.

Auf der Agenda dieser Treffen stehen zwar immer IT-Themen, doch es bleibt auch genügend Zeit, um ausführlich über Karriereperspektiven zu diskutieren und Meinungen auszutauschen. In diesem Frühjahr stellten Referentinnen in Praxisbeiträgen beispielsweise ihre erfolgreich gemanagten IT-Projekte und ihr Stakeholder-Management vor. Noch nutzen die IT-Managerinnen die Plattform kaum, um Geschäfte anzubahnen. Auch als Jobbörse steckt das Netzwerk noch in den Kinderschuhen. Doch die IT-Beraterin Simone Funke schließt nicht aus, dass sich das in Zukunft ändert, wenn es die Teilnehmerinnen denn wollen. An den exklusiven Veranstaltungen nehmen meistens zwischen 18 und 22 Frauen in Führungspositionen teil. Funke wünscht sich zwar mehr Aufmerksamkeit für ihr Netzwerk, doch Pläne für einen großen Kongress hat sie nicht. Maximal 30 Teilnehmerinnen sieht sie als Zielmarke, damit noch genug Zeit für individuellen Austausch bleibt.

Mehr dazu unter: http://www.lexta.com/main/de/unternehmen/cio-f.php

Internationales Netzwerk

Ganz anders der Ansatz des weltweiten "Dell Women`s Entrepreneur Network" (DWEN). Dell möchte Unternehmerinnen rund um den Globus vernetzen sowie den Gedanken- und Ideenaustausch über Grenzen hinweg fördern. 2010 ins Leben gerufen, bildet eine jährlich stattfindende, internationale Konferenz eine feste Größe. An Orten wie Shanghai, Rio de Janeiro oder Neu Delhi trafen sich schon Gründerinnen aus aller Welt. In diesem Jahr lädt Dell nach Istanbul ein und rückt damit näher an Europa heran.

150 Gründerinnen

Die ausgewählten Städte in sogenannten Emerging Markets sind Teil des Programms, denn dort entwickeln sich neue Geschäftsideen oft schneller. Das Netzwerk hilft den Frauen mit Kontakten und Know-how.

Barbara Wittmann, Dell, hat selbst viel im eigenen Netzwerk DWEN gelernt.
Barbara Wittmann, Dell, hat selbst viel im eigenen Netzwerk DWEN gelernt.
Foto: Dell Deutschland

An der diesjährigen Konferenz nehmen rund 150 Gründerinnen teil, eine Verkaufsmesse ist das Treffen allerdings nicht. "Nicht Dell oder unsere Produkte und Services stehen bei dieser Veranstaltung im Mittelpunkt, sondern die Themen, die für Unternehmerinnen wichtig sind", sagt Barbara Wittmann, Geschäftsführerin Dell Deutschland. Sie habe in DWEN selbst viel gelernt, etwa wie Unternehmerinnen in Schwellenländern Geschäftsmodelle erfolgreich umsetzen, in ihren Unternehmen Innovationen voranbringen oder ihre Kontakte nutzen, um neue Kapitalquellen zu erschließen. Auch in puncto "Frauen in Führungspositionen" sieht sie Firmen in der Verantwortung: "Wir wollen zeigen, dass Unternehmen nicht auf staatliche Regelungen warten sollten, sondern von sich aus aktiv werden können, um Entwicklungen in ihrer gesellschaftlichen Umgebung voranzubringen." (kf)

Mehr Informationen unter: http://w.idg.de/12j2Dyj

*Ingrid Weidner ist freie Journalistin in München.