CeBIT

IT-Budgets fließen verstärkt in F&E

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
IT wird für Unternehmen strategisch wichtiger, wie eine auf der CeBIT vorgestellte Studie der Unternehmerberatung Droege & Comp. ergab.
Zur Vorstellung der Droege-Ergebnisse hatte sich auch Messe-Vorstand Ernst Raue eingefunden.
Zur Vorstellung der Droege-Ergebnisse hatte sich auch Messe-Vorstand Ernst Raue eingefunden.
Foto: Thomas Cloer

Die IT-Budgets der von Droege in Kooperation mit dem "Handelsblatt" befragten 315 Unternehmen sollen demnach 2011 überraschend deutlich um 3,6 Prozent steigen. Ein großer Teil davon fließe auch in den Bereich Forschung und Entwicklung. "Die Unternehmen haben erkannt, wie wichtig IT für das künftige Wachstum und die Entwicklung neuer Produkte und Geschäftsideen ist", kommentiert der geschäftsführende Droege-Partner Torsten Frankenberger.

Bei der Vergleichsstudie für 2010 hatten die Teilnehmer zwar auch schon steigende Budgets angegeben, doch flossen die Investionen damals primär in Infrastruktur-Projekte wie Datenbanken, Netze und Server. Dass jetzt mehr für F&E ausgegeben werde, ist nach Einschätzung Frankenbergers nicht zuletzt Ergebnis der überraschend schnellen Durchdringung der Unternehmen mit mobilen Geräten wie dem Apple-Tablet iPad. Dies ermögliche neue Geschäftsideen wie Apps speziell für mobile Endgeräte. "Das ist eine ermutigende Entwicklung", so Frankenberger weiter. "Mit Investionen in Infrastruktur lassen sich zwar die Kosten der IT drücken, aber für die Differenzierung vom Wettbewerb ist die Forschung viel entscheidender."

Die von Droege befragten IT-Verantwortlichen (CIOs, IT-Leiter, CFOs und COOs) sehen allerdings Apple an der Betriebssystem-Front unverändert nur bei einem Prozent (für das Desktop-System Mac OS X). Hier dominiert wie gehabt Microsoft - 81 Prozent der Teilnehmer erwarten, dass die Rechner an ihren Unternehmensarbeitsplätzen im Jahr 2014 unter Windows 7 laufen werden. Angesichts des großen Drucks auf die IT-Abteilungen, sich für innovative Geräte wie Tablet-PCs zur öffnen, sei das "ein etwas überrraschendes Ergebnis", so Frankenberger. Bei der Servern setzen 70 Prozent der befragten Entscheider auf Microsoft-Systeme.

Trotz anhaltenden Kostendrucks ist den von Droege & Comp. befragten Anwendern eine Vielfalt von IT-Lieferanten lieber als "One-Stop-Shopping" bei nur einem Anbieter. Der größte Lieferant in der Automotive-Branche etwa komme im Schnitt auf einen Budgetanteil von 38 Prozent. Diese Strategie stehe im Gegensatz zur seit Monaten anhalten Konsolidierungswelle auf Seiten der Hersteller, die ihren Kunden gerade möglichst viel aus einer Hand andienen wollten. "Unsere Studie zeigt, dass gerade die erfolgreichen Unternehmen mit einer höheren Rendite auf mehrere große IT-Zulieferer setzen", erklärt Droege-Partner Frankenberger.

Übrigens ist die schiere Größe eines IT-Lieferanten für die im Rahmen der Studie befragten Anwender kein entscheidendes Auswahlkriterium. Als wichtigstes Entscheidungskriterium nennen die Käufer die Zuverlässigkeit (27 Prozent der Nennungen) gefolgt von Qualität (25 Prozent) sowie etwas nachgeordnet dem Preis (18 Prozent).