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IT-Branche beklagt Regulierungskonflikte zwischen USA und EU

12.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Aus Sicht von führenden Branchenvertretern und des Industrieverbands Information Technology Association of America (ITAA) treiben widersprüchliche Vorschriften der Europäischen Union und der US-Regierung die Kosten für IT-Produkte zunehmend in die Höhe und gefährden somit die Führungsposition der beiden Hightech-Regionen. Die USA und die EU müssten ihre Kindereien stoppen und sich auf die wirtschaftlichen Tsunami konzentrieren, der von China, Indien, Brasilien und Osteuropa auf sie zurolle, sagte ITAA-President Harris Miller auf einer Anhörung des Senate Foreign Relations Committee zum Thema Europäische Angelegenheiten. Als Beispiel für - aus ihrer Sicht - unnötige Vorschriften führten Vertreter von Philips Electronics North America und Hewlett Packard die in der EU übliche Geräteabgabe für Privatkopien an. Sein Unternehmen müsse sich in Europa mit bis zu 20 nationalen Pauschalvergütungen abmühen, erklärte ein Philips-Manager. Diese Abgaben würden den Nährboden für Investitionen vergiften.

Vertreter von IBM und SAP Public Services forderten einen weltweiten Standard für behindertengerechte IT-Systeme in Behörden. So seien US-Behörden in diesem Zusammenhang angewiesen, die besten, am Markt verfügbaren Produkte zu kaufen. Einige europäische Regierungen würden dagegen zu strengeren Vorschriften tendieren, nach denen sich die Anbieter richten müssten, sagte Joseph Duffy, Vice President SAP Public Services. "IT-Entwickler geraten in eine Zwickmühle, wenn es verschiedene Standards für eine Technologie gibt", so Duffy: Entweder entscheiden sie sich für bestimmte Regeln und verzichten auf bestimmte Märkte; oder aber sie implementieren verschiedene Standards und hoffen, dass sich diese nicht gegenseitig ausschließen. (mb)