IP-Telefonie erobert Unternehmensnetze

Peter Gruber ist Mitglied des Teams Management der Digitalredaktion. Er arbeitet hauptsächlich für die Portale Computerwoche und CIO.
Der Siegeszug von Voice over IP ist nicht aufzuhalten. Immer mehr CIOs entscheiden sich für IP-PBX-Systeme und geben der traditionellen TK-Anlage den Laufpass.
Spätestens im Jahr 2008 werden in den europäischen Büros mehr IP-Phones als klassische Telefone im Einsatz sein.
Spätestens im Jahr 2008 werden in den europäischen Büros mehr IP-Phones als klassische Telefone im Einsatz sein.

Die auf dem Internet Protocol (IP) basierende Sprachkommunikation ist unbestritten auf dem Vormarsch. Vor wenigen Jahren noch wegen technischer Defizite argwöhnisch beäugt, gewinnt Voice over IP (VoIP) unterdessen zunehmend das Vertrauen der CIOs. Dass VoIP-Technik salonfähig geworden ist, belegen wegweisende Projekte etwa bei Boeing, Airbus, Ford oder Merrill Lynch. Der Flugzeughersteller Boeing hat zum Beispiel Cisco Systems beauftragt, in 70 Ländern der Erde sowie 48 amerikanischen Bundesstaaten eine VoIP-Infrastruktur auf die Beine stellen und das klassische Telefonnetz abzulösen. Konkurrent Airbus zieht jetzt ebenfalls mit Cisco-Beteiligung nach. Auch bei Ford kamen die Kalifornier zum Zug, während Merrill Lynch Wettbewerber Avaya den Zuschlag gab.

Doch nicht nur Großkonzerne befassen sich mit VoIP. Immer mehr Unternehmen ziehen bei Ausschreibungen neben klassischen Telefonsystemen auch VoIP-Lösungen in Betracht. Zu dieser Haltung in den IT-Abteilungen trägt nicht nur die mittlerweile hohe Funktionalität und Zuverlässigkeit der Systeme bei, sondern auch der zu erwartende Kostenvorteil durch die Integration von Sprach- und Datennetz.

Wie sehr die Firmen auf den VoIP-Zug aufspringen, beweisen die jüngsten Zahlen der Marktforscher. So haben zum Beispiel die auf Networking spezialisierten Analysten von Dell’Oro ermittelt, dass 2004 der Anteil der IP-Verbindungen bei verkauften Nebenstellenanlagen (PBX = Private Branch Exchange) gegenüber 2003 um 72 Prozent auf 14,2 Millionen Anschlüsse zunahm. Umgerechnet auf den gesamten PBX-Markt macht dies einen Anteil von rund 31 Prozent aus. Damit liegt in der Absatzstatistik zwar immer noch die klassische Analog- und Digitalanschlusstechnik vorne, allerdings hat VoIP deutlich Boden gutgemacht. Fast ein Drittel Marktanteil dokumentiert, dass IP-Telefonie in Unternehmensnetzen kein Nischendasein mehr führt, sondern sich zu einem Massenmarkt entwickelt - ein Trend, der sich auch deutlich im Consumer-Bereich abzeichnet. Alle Analysten erwarten dieses Jahr aufgrund der steigenden Akzeptanz sowie des wachsenden IP-Produktportfolios der Hersteller einen erneuten Schub für VoIP. 2007, so die Prognose vieler Beobachter, wird das Marktvolumen der IP-BBX-Systeme das der klassischen TK-Anlagen übertreffen.

Umsatzwachstum durch VoIP