Server-Virtualisierung

Im Rechenzentrum angekommen

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Server-Virtualisierung ist kein Hype mehr, sondern in Europa zu einer Massenbewegung geworden. Nach einer neuen Untersuchung der Marktforscher von IDC sollen bereits in diesem Jahr mehr als die Hälfte der Server-Budgets in virtualisierte Architekturen fließen.

Die Gründe für die Virtualisierung der IT-Landschaften sind breit diskutiert und gelten unter Experten als unwiderlegbar: Kostenvorteile bei Hardware und Administration, geringerer Bedarf an Stellfläche und Energie für Betrieb und Kühlung, weniger Downtime und einfachere Business-Continuity-Lösungen sowie mehr Agilität und Flexibilität für die Unternehmens-IT. Deshalb gilt Virtualisierung sowohl als unabdingbare Voraussetzung für die Verringerung des Energiebedarfs im Rechenzentrum (Green-IT), als auch als Schlüssel für eine Flexibilisierung der Unternehmens-IT.

Die Analysten von Gartner haben die Virtualisierung der IT-Landschaften zum Mega-Trend ausgerufen, der bis zum Jahre 2012 den Infrastruktur- und Operations-Markt beherrschen wird. Jetzt belegt die aktuelle IDC-Studie „European Server Virtualization Survey 2008“ der Marktforscher von IDC, dass die Server-Virtualisierung vom viel diskutieren Hype zur Realität geworden und in den Rechenzentren der europäischen Unternehmen angekommen ist.

Danach sind die Ausgaben für Server, die in virtualisierten Umgebungen eingesetzt werden, allein im letzten Jahr um rund 50 Prozent gestiegen. Waren es in den letzten zwölf Monaten noch 35 Prozent der Server-Budgets, die auf virtualisierte Server entfielen, wird in den kommenden zwölf Monaten erstmals die 50-Prozent-Marke übersprungen: Mehr als die Hälfte der Ausgaben (52 Prozent) für Server fließen dieses Jahr in virtualisierte Architekturen. Dabei liegen Windows System mit fast 60 Prozent deutlich vorn.

Als größte Hemmnisse haben die IDC-Marktforscher den Mangel an Know-how bei Virtualisierungstechnologien, die schwierige Implementation sowie hohe Kosten für die Erstimplementation ausgemacht. „Man darf nicht vergessen, dass Virtualisierungsprojekte in der Regel mit hohen Anfangsinvestitionen verbunden sind - die errechneten Kostenvorteile stellen sich dann erst im Laufe der Zeit ein.“, sagt IDC-Analyst und Mitautor der Studie Thomas Meyer.

Aber immerhin fast 40 Prozent der befragten 300 Unternehmen gaben an, dass sie bei der Installation virtueller Server auf keinerlei nennenswerte Schwierigkeiten gestoßen seien. Nach der IDC-Erhebung zieht sich das Thema Virtualisierung durch alle Unternehmensgrößen. Auch zeige sich ein deutlicher Trend, die bisher im wesentlichen für Netzwerk-Server-Applikationen sowie Test-, Entwicklungsumgebungen eingesetzte Virtualisierungstechnologie auf geschäftskritische Kernapplikationen auszudehnen.