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IDC: IBM holt sich die Krone im Unix-Server-Markt

08.03.2002
Zum ersten Mal seit Ende 1998 konnte IBM im vierten Quartal 2001 Sun von der Spitze des weltweiten Unix-Server-Markts verdrängen. Der Vorsprung von Big Blue ist allerdings mit 0,1 Prozent hauchdünn.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die International Data Corp. (IDC) hat heute Zahlen zum weltweiten Server-Markt im vierten Quartal 2001 veröffentlicht. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres seien die Umsätze von 16,9 Milliarden Dollar um 26 Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar gefallen, so die Auguren. Im Unix-Marktsegment gingen die ausgelieferten Stückzahlen im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 1143 Einheiten zurück. "Trotz sinkender Einnahmen und Stückzahlen sehen wir Anzeichen einer Besserung", kommentierte Server-Analyst Vernon Turner. "Im Vergleich mit dem dritten Quartal gehen wir davon aus, dass die Talsohle hinter uns liegt und wie 2002 wieder zu normalen saisonalen Trends zurückkehren."

Die Top Five der Hersteller nach Umsatz im vierten Quartal listet IDC wie folgt:

IBM - 32 Prozent

Compaq - 17 Prozent

Hewlett-Packard - 14 Prozent

Sun Microsystems - zwölf Prozent

Dell - sieben Prozent

Unter den drei erstplatzierten Anbietern im Unix-Bereich gebe es weiterhin einen heißen Kampf um die Marktführung, so die Auguren weiter. IBM habe mit 26,9 Prozent Umsatzanteil erstmals seit dem vierten Quartal 1998 wieder den ersten Platz erobern können, dicht gefolgt von Sun mit 26,8 Prozent. HP landete mit 25 Prozent Marktanteil auf Rang drei.

Das Volumen des Highend-Server-Markts sei im Jahresvergleich von 3,3 Milliarden Dollar um nur knapp vier Prozent auf 3,17 Milliarden Dollar gefallen. Für das gesamte Kalenderjahr fällt das Minus mit 9,4 Prozent (13,1 Milliarden Dollar auf 11,9 Milliarden Dollar) allerdings deutlicher aus. Research Director Steve Josselyn kommntiert: "Der Rückgang ist zwar signifikant, aber der Highend-Markt profitierte praktisch das ganze Jahr über von steigender Nachfrage nach IBMs neuen zServer-Großrechnern, die den Rückgang bei den meisten anderen Plattformen abfedern konnten."

Für das gesamte Jahr 2001 gingen die Server-Umsätze nach IDC-Angaben um 19 Prozent auf 49,8 Milliarden Dollar zurück; die ausgelieferten Stüclzahlen gaben indes nur um zwei Prozent nach (was auf steigende Nachfrage bei preisgünstigeren, sprich Intel-basierten Systemen hindeutet). Im Hersteller-Ranking für 2001 führt IBM mit 28 Prozent Marktanteil, auf den Plätzen folgen Compaq (16 Prozent), HP (14,4 Prozent), Sun (13,8 Prozent) sowie Dell (sieben Prozent).

"Die Infrastruktur-Investitionen kehren in den Server-Markt zurück", bilanziert Infrastruktur-Experte Mark Melenovsky. "IDC geht davon aus, dass Linux im vergangenen Jahr erstmals Netware als zweithäufigst nachgefragtes Betriebssystem für Intel-basierte Server verdrängt hat. Außerdem liegt der Anteil Rack-optimierter Server inzwischen bei 34 Prozent der insgesamt verkauften Systeme."

Zum Schluss ihrer Pressemitteilung führt IDC noch eine kleine regionale Erfolgsgeschichte an: Der chinesische Assembler Legend Computer sei im vierten Quartal 2001 zum zehngrößten Anbieter von Server-Hardware weltweit aufgestiegen. (tc)