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IBM will in Deutschland knapp 1300 Mitarbeiter entlassen

27.05.2005
Die etwa 25.000 Köpfe zählende deutsche Belegschaft von Big Blue kommt mit einem blauen Auge davon.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM wird in Deutschland knapp 1300 Mitarbeiter entlassen. 620 wurden an den Standorten Hannover und Schweinfurt bereits in die Arbeitslosigkeit geschickt. Mithin stehen nunmehr noch rund 700 Jobs in Rede, um die die etwa 25 000 Köpfe zählende deutsche IBM-Belegschaft reduziert werden soll.

Anders als bisher berichtet wird sich der Computerriese also nicht von 2500 Mitarbeitern trennen. Ein IBM-Sprecher hatte gesagt, diese Zahlen seien bei weitem überzogen. Mit den zu entlassenden Mitarbeitern werde man über Aufhebungsverträge und Vorruhestandsregelungen versuchen, Kündigungen zu vermeiden.

Der IBM-Konzern hatte Anfang des Monats bekannt gegeben, man werde im Zuge von weltweiten Restrukturierungsmaßnahmen vor allem in Europa bis zu 13.000 Stellen streichen. Gewerkschaftsvertreter von Ver.di und von der IG Metall hatten in diesem Zusammenhang von rund 2500 Entlassungen allein in Deutschland gesprochen. Der für die Arbeitnehmervertretung im IBM-Aufsichtsrat sitzende Rolf Schmid hatte gegenüber der COMPUTERWOCHE gesagt: "Wir befürchten, dass in den kommenden Jahren 2500 IBM-Arbeitsplätze in Deutschland von Auslagerungen betroffen sein könnten."

Schmid führte verschiedene Ansatzpunkte für seine Befürchtung ins Feld: So habe Big Blue in Schweinfurt und Hannover solche Arbeitsplätze abgebaut, die sich gut für Auslagerungsstrategien eignen. Hinzu komme, dass sich die Konzernverantwortlichen im US-Hauptquartier über Europa, und zwar vor allem über effizientere Buchhaltungs-, Verwaltungs- und Service-Delivery-Tätigkeiten, also die technische Betreuung von Hardware, Gedanken machten.

Überdies habe man in den USA klare Vorstellungen von den Wachstumspotenzialen in Osteuropa und den dortigen Arbeitslöhnen. Wenn man schließlich bedenke, wie durch technische Möglichkeiten, die IBM ja sogar selbst bereitstelle, Restrukturierungs- und Optimierungspotenziale geschaffen werden können, "dann mache ich mir im Rückschluss auf all diese Überlegungen, zu denen auch Renditeerwartungen des US-Headquarters gehören, große Sorgen". (jm)