IBM Sametime Unified Telephony

IBM treibt Unified Communications voran

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Eine Reihe hochkarätiger Partner soll IBM dabei helfen, traditionelle Telefonie und VoIP über den neuen Sametime Unified Telephony Server mit seiner Kollaborationssoftware zu verbinden.

Durch die neuen Unified-Communications-(UC)-Lösungen, die IBM auf der diesjährigen VoiceCon in Orlando, Florida, vorgestellt hat, sollen Unternehmen nicht nur effektiver arbeiten und Kosten senken können. Indem offene Protokolle und Schnittstellen unterstützt werden, will Big Blue den Kunden auch generell den Übergang zu Unified-Communications auf ihrer bestehenden Infrastruktur erleichtern.

Das Herzstück im Unified-Communications-Portfolio von IBM ist der Lotus Sametime Unified Telephony Server (SUT), der sowohl mit neuen als auch bereits installierten Systemen arbeitet. SUT bringt dadurch Sprachkommunikation in die am meisten genutzten Geschäftsanwendungen ein.

Um sicherzustellen, dass Kunden SUT leicht in die bestehende IT-Infrastruktur implementieren können, kündigte IBM ein umfangreiches Validierungsprogramm an, mit dem Business-Partner erstmals die Kompatibilität ihrer Produkte testen können. Teilnehmer des Validierungs-Programms sind unter anderem führende TK-Ausrüster wie Alcatel Lucent, Avaya, Cisco, NEC, Nortel, Mitel und Siemens Enterprise Communications (SEN). Daneben sind auch die Anbieter von Media-Gateways Dialogic und NET, die Headset-Spezialisten GN Netcom und Plantronics, der Videoconferencing-Anbieter Polycom und Psytechnics, Experte für Voice- und Video-Performance-Management, mit von der Partie. In den kommenden Wochen sollen weitere Partner bekannt gegeben werden.

Mit seiner Partnerstrategie fährt IBM einen leicht anderen Ansatz wie sein Erzrivale Microsoft, dessen UC-Kernprodukt Office Communications Server (OCS) unter Umständen auch eine TK-Anlage ersetzen kann - allerdings nicht muss. Beide Hersteller haben jedoch erkannt, dass das Thema UC nicht im Alleingang zu stemmen ist. "Über unsere offenen Schnittstellen lassen sich verschiedene TK-Anlagen, sowohl neue VoIP- und klassische TDM-Systeme in die Sametime-Collaboration-Umgebung integrieren", erklärte Bruce Morse, Vice President UC Software bei IBM/Lotus.

Der im Januar vorgestellte SUT-Server wird eine Architektur einführen, die auf zwei Servern basiert und einen gemeinsamen Integrationspunkt im Rechenzentrum zwischen der IBM/Lotus-Umgebung und der TK-Welt bildet. SUT's Telephony Control Server stellt dabei über das Session Initiation Protocol (SIP) die Verbindungen zur PBX bereit, während der Telephony Application Server eine Sammelstelle für Präsenzinformationen bildet - mit APIs für UC-unterstützte Drittapplikationen.

Der für Juli zusammen mit Version 8.0 von IBM Sametime angekündigte SUT wird es Anwendern ermöglichen, Anrufe über ein Softphone auf ihrem Desktop-PC anzunehmen und abhängig von Ort, Verfügbarkeit und persönlichen Wünschen Kontakt- und Weiterleitungsregeln definieren. Ähnlich wie beim OCS ist der Nutzer außerdem in der Lage, etwa in seinem Mail-System auf einen Namen zu klicken und damit ein Telefonat, einen Chat via Instant Messaging oder eine Videokonferenz zu initiieren.